Immer der Nase nach

Nur ganz selten kriegt ein Künstler im Zürcher Helmhaus eine Einzelausstellung. Die Wahl-Zürcherin Elodie Pong hat diesen «Ritterschlag» erhalten. Für ihre Soloschau «Paradise Paradoxe» hat sie sich extra etwas Neues ausgedacht: Die Videokünstlerin verführt die Besucher mit einem exklusiven Duft.

Gerüche sind unsichtbar und allgegenwärtig, ein Ausweichen ist kaum möglich. Die Zürcher Video- und Installationskünstlerin Elodie Pong spielt in ihrer neuen Ausstellung mit dieser unsichtbaren Geruchskulisse.

An der Nase herumgeführt

In Zusammenarbeit mit einem Duftforscher entwickelte sie zum Beispiel «White». Ein Duft, der sich nun dezent durch die ganze Ausstellung zieht. In anderen Räumen spielen Düfte eine eher abstrakte Rolle, so thematisiert Elodie Pong mit Pflanzen aus dem 3D-Drucker den Umstand, dass Parfums immer häufiger aus synthetischen Ersatzstoffen hergestellt werden. Die dafür benötigten Pflanzen sind vom Aussterben bedroht.

Auch fürs Auge wird etwas geboten: Mit Videoinstallationen, in welchen verschiedene Protagonisten auf ganz verschiedene Art und Weise in die Welt des Geruchs vordringen.

Die minimalistisch gehaltene Ausstellung macht es den Besuchern nicht einfach, die dahinter liegenden Botschaften zu entschlüsseln. Andererseits gibt es auch keine Notwendigkeit, alles zu verstehen. Man darf sich auch ganz einfach von den schönen Bildern und dem zarten weissen Duft verführen lassen.