Integrationsarbeit in Winterthur auf Sparflamme

Nach der Razzia in der Winterthurer An'Nur Moschee steht Winterthur im Fokus als Hotspot für radikale Muslime. Kritiker werfen der Stadt vor, zu wenig in die Integration investiert zu haben.

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Integrationsarbeit in Winterthur in der Kritik

8:36 min, aus Schweiz aktuell vom 7.11.2016

Ein Randquartier war in diesem Zusammenhang immer wieder in den Schlagzeilen: die Steig-Siedlung. Von dort aus sind vor zwei Jahren zwei Jugendliche nach Syrien in den Jihad gezogen.

Sparmassnahmen erschweren Integration

Stadtpräsident Michael Künzle gibt zu, dass in Winterthur bei der Integrationsarbeit und der Quartierentwicklung gespart wurde, gerade beim Steig. Aber obwohl eine Handvoll Jugendlicher nach Syrien gereist seien, könne man Winterthur nicht als Hotspot für Islamisten bezeichnen. Der Ausländeranteil in Winterthur beträgt aktuell 23.8 Prozent. Im betroffenen Quartier Steig ist er deutlich höher.

30 Prozent nicht integrierbar

Bei einem Augenschein im Quartier bemängelt Ueli Stutz vom Freiwilligen-Verein «Treffpunkt Steig» das bescheidene Engagement der Stadt. Im Unterschied zu anderen Quartieren gäbe es von der Stadt zum Beispiel kein Geld, um die bestehende Freizeitanlage zu sanieren. Für ihn ist aber auch klar, dass es für die öffentliche Hand sehr schwierig sei, im Randquartier Steig etwas zu bewegen. Er schätzt, dass rund 1/3 der Anwohner sich mehr oder weniger abschotten und gar keinen Kontakt zulassen. Hier sei auch die Mitarbeit der Quartierbewohner selbst gefragt.