Jörg Müller-Ganz: «Diskussion über die Zukunft der ZKB ist nötig»

Der Kanton Zürich soll das Eigenkapital seiner Hausbank ZKB um zwei Milliarden Franken aufstocken. Ausserdem fordert die ZKB eine Gesetzesreform. Dass die Bank gleichzeitig im Steuersumpf mit den USA steckt, bezeichnet ZKB-Bankratspräsident Jörg Müller als ungünstig.

Portrait des Bankratspräsidenten der ZKB, Jörg Müller-Ganz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Möchte eine Diskussion über die Zukunft der ZKB: Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz. zvg

Neue Vorschriften der Schweizer Behörden machen die Reformen nötig. So begründet ZKB-Bankratspräsident (Verwaltungsratspräsident) Jörg Müller-Ganz sein Reformpaket, das er diese Woche vorgestellt hat. Als «Regionaljournal-Wochengast» sieht er den Handlungsspielraum der ZKB ohne zusätzliches Kapital eingeschränkt.

« Unser Ziel ist es, nicht nur die Messlatte im Hochsprung zu erreichen, sondern deutlich darüber zu springen. »

Konkret rechnet die ZKB mit zwei Milliarden Franken an neuem Eigenkapital, um ihre heutigen Bankgeschäfte aufrecht erhalten zu können. Er freue sich nun auf die Diskussion mit den Politikerinnen und Politikern des Zürcher Kantonsrats. Und zwar darüber, woher die ZKB diese Eigenmittel holen solle.

Dass die Zürcher FDP-Finanzdirektorin Ursula Gut keine Freude an der Idee zeigte, das neue Kapital einzuschiessen, dafür könne sie wohl ihre Gründe haben. Doch gehöre die ZKB dem Kantonsparlament und schliesslich werde dieses über die Anträge des Bankrats entscheiden.

US-Affäre als Hemmschuh?

Die Diskussion in der Politik könnte von Nebengeräuschen begleitet sein. Gegen drei ZKB-Mitarbeiter läuft in den USA nämlich eine Untersuchung, weil sie amerikanischen Kunden dabei geholfen haben sollen, Steuern zu hinterziehen. Die ZKB sieht sich möglicherweise deshalb mit einer Millionenbusse konfrontiert.

Müller-Ganz bezeichnet dies als «unschön». Alle Banken hätten aber ihre Hausaufgaben gemacht und vermutlich daure der politische Reformprozess im Zürcher Kantonsrat länger als die US-Affäre.