Neue Trams für Zürich Kann die Stadt Zürich ihre Trams bald definitiv bestellen?

Ein blau-weisses Tram am Zürcher Paradeplatz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bereits in eineinhalb Jahren sollen die Bombardier-Trams in Zürich unterwegs sein, wenn es nach den VBZ geht. Keystone

  • Die VBZ brauchen dringend neue Trams, die Beschaffung verzögert sich seit Jahren.
  • Die VBZ hat Bombardier den Zuschlag erteilt.
  • Siemens und Stadler Rail haben Beschwerde eingereicht.
  • Nun urteilt das Verwaltungsgericht: Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.
  • Für die VBZ bedeutet dies, dass sie den Vertrag mit Bombardier nun so rasch wie möglich unterschreiben wollen.

Der Zürcher Tramstreit - die Vorgeschichte

Vor sechs Jahren begannen die VBZ ihre Suche. 2014
entschieden sie sich für einen Lieferanten. Doch der kantonale Verkehrsrat
pfiff die VBZ zurück und verlangte eine Zweitmeinung. Nach langem hin und her
und einem Machtwort des Regierungsrates haben die VBZ schliesslich Bombardier ausgewählt als Lieferanten für die neuen Trams.


Bereits 2018 hätten die neuen Trams auf den Zürcher Schienen fahren sollen. Denn mit dem Tram 2000, das in die Jahre kommt, der neuen Tramlinie über die Hardbrücke und der Aussicht auf die Limmattalbahn brauchen die VBZ dringend neue Wagen.

«  Die Beschwerde wäre bei einer vorläufigen Beurteilung mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit abzuweisen. »

Urteil
des Zürcher Verwaltungsgerichts

Doch die Vergabe verzögerte sich und im Mai 2016 reichten die unterlegenen Mitbewerber eine Beschwerde gegen die Vergabe ein. Diese scheint aber nach dem Gerichtsurteil vom Dienstag nur geringe Chancen zu haben. Zwar hat das Verwaltungsgericht erst entschieden, dass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat. Doch im Urteil steht auch, dass die Beschwerden «mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit abzuweisen wären» und dass öffentliches Interesse bestehe, dass der Auftrag baldmöglichst vergeben werde.

Die VBZ freut's, die Mitbewerber weniger

«Wir waren sicher, dass wir gute Arbeit geleistet haben», freut sich VBZ-Mediensprecher Andreas Uhl. Die VBZ wollen nun noch Einzelheiten klären und bereits in eineinhalb Jahren soll das erste neue Tram in Zürich unterwegs sein.

«  Der Entscheid freut uns sehr. Nun können wir vorwärts machen.  »

Andreas Uhl
Mediensprecher der VBZ

Siemens und Stadler hingegen haben noch nicht aufgegeben. Sie wollen das Urteil des Verwaltungsgerichts genau prüfen und entscheiden, ob sie es ans Bundesgericht weiter ziehen. Und sie verweisen darauf, dass das Verwaltungsgericht in der Sache noch nicht entschieden hat. Noch ist also unklar, ob der Zürcher Tramstreit doch noch um ein weiteres Kapitel reicher wird.