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Keine Gelegenheitsoperationen Zürcher Ärzte müssen regelmässig zum Skalpell greifen

Das Bundesverwaltungsgericht weist eine Beschwerde des Spitals Bülach ab. Ab Januar gelten für Ärzte Mindestfallzahlen.

Legende: Audio Entweder 10-50 Eingriffe pro Jahr oder gar keine Operation abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
03:05 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 26.09.2018.
  • Seit 2012 gelten im Kanton Zürich Mindestfallzahlen pro Spital. Ab dem 1. Januar kommen nun für sechs Eingriffe Mindestfallzahlen pro Arzt hinzu.
  • Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde des Spitals Bülach gegen den Entscheid des Zürcher Regierungsrats abgewiesen.
  • Gemäss Gericht liegen die Mindestfallzahlen im öffentlichen Interesse und sind verhältnismässig.
  • Acht weitere Beschwerden von Spitälern sind noch beim Bundesverwaltungsgericht hängig.

Die betroffenen Spitäler müssen nun dafür sorgen, dass in den sechs Bereichen nur noch Chirurgen eingesetzt werden, welche die Mindestfallzahlen erreicht haben und somit genügend Praxis aufweisen.

Die Zürcher Gesundheitsdirektion freut sich über das Urteil. Mit steigender Fallzahl steige auch die Qualität in der Behandlung. Gleichzeitig sinke das Risiko, dass bei einer Behandlung Fehler passierten, heisst es in einer Mitteilung.

Zürcher Patienten haben heute mehr Sicherheit und mehr Qualität im Operationssaal gewonnen.
Autor: Thomas HeinigerZürcher Gesundheitsdirektor

Thomas Langhart, Sprecher des Spital Bülach, bedauert das Urteil. Die Umsetzung sei aber kein Problem. Das Spital Bülach könne seinen Leistungsauftrag auch unter den neuen Voraussetzungen noch erfüllen.

Unsere unternehmerische Freiheit ist eingeschränkt, unsere Existenz ist aber nicht gefährdet.
Autor: Thomas LanghartSprecher Spital Bülach

Um die neuen Auflagen erfüllen zu können, muss das Spital Bülach künftig aber mehr mit anderen Spitälern zusammenarbeiten.

Das wird von den Ärzten verlangt

OperationMindestfallzahlen für Ärzte
Prostataentfernung
10
Hüftprothese
15
Knieprothese15
Unterleibskrebs20
Brustkrebs30
Ersatz von Gelenkprothesen50

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist endgültig und kann nicht ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Legende: Video Mindestfallzahlen für Chirurgen abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.09.2018.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    @ SRF: Sind Knieprothesen und Hüftprothesen keine Gelenksprothesen, oder wie muss man diese Zahlen verstehen?
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    1. Antwort von Redaktion Regionaljournal Zürich Schaffhausen
      Guten Tag Vielen Dank für den Hinweis. Bei den 50 Fällen für Gelenkprothesen handelt es sich um Eingriffe, bei denen die Prothesen ersetzt werden müssen. Wir haben den Text dementsprechend ergänzt.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ SRF: Da würde ich nachfragen. Das würde bedeuten, dass potentiell die Universitätsklinik Balgrist plötzlich auch keine Knietotalprothesenwechsel mehr machen dürfte. Gemäss Statistik haben die 2016 62 Knietotalprothesenwechsel durchgeführt mit 4 Kniechirurgen (Oberarzt oder höher). Die Schulthessklinik hat rund 140 bei 5 Kniechirurgen (Oberarzt oder höher). Alle anderen Kliniken haben vermutlich deutlich weniger als 50.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz für die Höhe der Eingriffszahlen. Und wenn man die Komplikationsraten der verschiedenen Spitäler vergleicht korrelieren zB die Infektionsraten überhaupt nicht mit der Anzahl Eingriffe. Gesundheitsdirektoren die Spitäler schliessen werden abgewählt. Darum sind sie dazu über gegangen die Spitäler auszuhungern.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Mindestfallzahlen bewirkt, dass unnötih operiert wird, um das Soll zu erfüllen.
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