Kesslerloch mit Umzonung vor Schrottplatz schützen

Thayngen will die Schrottaufbereitungsanlage neben der wichtigen prähistorischen Höhle mit allen Mitteln verhindern. Aus der heutigen Industriezone soll eine Gewerbezone werden - ohne Möglichkeit, eine Schrottaufbereitungsanlage einzurichten. Die Landbesitzerin ist nicht erfreut.

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Bildlegende: Dass Kesslerloch soll schrottfrei bleiben: Die Gemeinde will zum Umzonungstrick greifen. Wikipedia/Adrian Michael

Das Kesslerloch bei Thayngen ist eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten der Schweiz. In der Altsteinzeit wurde die Höhle von Rentierjägern genutzt, heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen.

Der prähistorische Platz ist allerdings bedroht: gleich nebenan plant die Recyclingfirma Swiss Immorec eine Schrottaufbereitungsanlage. Diese Pläne haben sowohl bei der Gemeinde wie auch im Kanton zu grossem Aufruhr geführt.

Zuerst Planungszone – nun Umzonung

Nach einer Notbremse – Thayngen hat das Land 2010 kurzerhand zur Planungszone erklärt und damit jegliche Änderungen bis 2015 verhindert – will die Gemeinde das für die Schrottaufbereitungsanlage vorgesehene Stück Land nun von einer Industrie- in die Gewerbezone umzonen. Die geplante Anlage könnte damit nicht gebaut werden. Das bestätigt Gemeindepräsident Philippe Brühlmann gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Die Landbesitzerin Swiss Immorec dürfte daran keine Freude haben. Bereits die Blockierung mittels Planungszone hat sie bis vor Obergericht bekämpft. Verwaltungsratspräsident Lukas Metzler will sich im Moment allerdings noch nicht dazu äussern.

Gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» bemängelt er allerdings: «Wir haben davon nur Kenntnis erlangt durch ein Papier, das uns zugespielt wurde. Das wurde offenbar im Einwohnerrat von Thayngen besprochen. Mehr wissen wir noch nicht.» Der Verwaltungsrat der Swiss Immorec müsse die neue Ausgangslage nun zuerst analysieren und besprechen.

Nötigenfalls bis vor Gericht

In Thayngen rechnet man damit, dass die Landbesitzerin auch diesen Umzonungsentscheid vor Gericht anfechten wird. Die Gemeinde ist allerdings zuversichtlich, dass sie auch diesmal Recht bekommen wird. «Wir stützen uns auf Bundesgerichtsurteile, wonach Landbesitzer eine Wertverminderung von bis zu 30 Prozent durch Zonenplanänderungen in Kauf nehmen müssen», so Gemeindepräsident Brühlmann. Er beteuert ausserdem, dass die Gemeinde das Areal ursprünglich der heutigen Besitzerin abkaufen wollte. «Swiss Immorec hat bis heute nicht auf unsere Angebote reagiert.» Inzwischen sei dieser Zug abgefahren.