Kindergarten statt Schule «Kindergarten wird unterschätzt, die Unterschiede sind riesig»

Acht Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres sind auf Kindergartenstufe noch 49 Stellen nicht besetzt. Es gibt im Kanton Zürich zu wenige Kindergartenlehrerinnen. Mit einem Umschulungsangebot will der Kanton diesen Mangel beheben: Primarlehrerinnen und Primarlehrer sollen die Möglichkeit erhalten, zusätzlich eine Kindergartenausbildung zu machen. Dieses Angebot nutzen jedoch nur wenige.

Eine der wenigen Umsteigerinnen ist Patricia Cavegn. Die ehemalige Primarlehrerin unterrichtet in Au bei Wädenswil seit zwei Jahren 20 Kindergartenkinder. Der Umstieg war aus der Not geboren. Patricia Cavegn fand damals keine Stelle als Primarlehrerin.

Was Patricia Cavegn am Kindergarten fasziniert

  • «Man kann im Kindergarten mit einer Handpuppe etwas beibringen. Das leicht Magische ist sehr schön!»
  • «Kindergarten wird als Stufe unterschätzt. Es ist nicht einfach ein bisschen spielen.»

Die Schwierigkeiten

  • «Die Schere ist riesig. Es gibt Kinder, die lesen, andere machen erst gerade die ersten Schritte in der Welt.»
  • «Im Kindergarten verdient man weniger. Das ist einfach so. Das ist ein Entscheid, den jeder und jede für sich treffen muss.»

Von der Primarlehrerin zur Kindergärtnerin

Weil im Kanton Zürich Kindergarten-Lehrerinnen fehlen, bietet die Pädagogische Hochschule zusammen mit dem Institut Unterstrass ein Zusatzstudium für Primarlehrerinnen und Primarlehrer an. Die Umschulung dauert ein Jahr und wird berufsbegleitend absolviert.
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