Kleines Kino – grosser Schauspieler

Es ist sein letzter Film und eine Art Vermächtnis: «Der grosse Sommer» mit Mathias Gnädinger. Kurz nach den Dreharbeiten starb der bekannte Schweizer Schauspieler, jetzt kommt der Film ins Kino. Die offizielle Schweizer Premiere findet im kleinen Kino Schwanen in Stein am Rhein statt.

Gerade mal 85 Sitzplätze bietet das Kino Schwanen in Stein am Rhein. Trotzdem wird hier, vier Tage vor dem offiziellen Kinostart in der Schweiz, der neue – und letzte – Film von Mathias Gnädinger uraufgeführt. Das nostalgische kleine Kino war für Mathias Gnädinger, der bis zu seinem Tod in Stein am Rhein lebte, eine Herzensangelegenheit.

«Es zeigt Mathias' Bescheidenheit», sagt seine Witwe Ursula Zarotti gegenüber dem «Regionaljournal». «Er musste nicht in grosse Städte gehen.» Er habe Freude am Engagement der Leute gehabt, die sich für das kleine Kino einsetzen. Auch sein vorletzter Film «Usfahrt Oerlike» war bereits im Schwanen gelaufen. Sie habe sich «Der Grosse Sommer» und damit zum ersten Mal wieder einen Film mit ihrem verstorbenen Ehemann angesehen, sagt Ursula Zarotti. Aber das falle ihr immer noch schwer. «Es braucht einfach Zeit».

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Zum Film

Schwingerkönig Anton Sommer (Mathias Gnädinger) lebt zurückgezogen auf dem Lande. Einst beliebt bei Jung und Alt, bastelt er heute an seinen Flaschenschiffen und will vor allem eins: seine Ruhe. Doch das ist gar nicht so einfach, denn über ihm lebt der zehnjährige Hiro (Loïc Sho Güntensperger) mit seiner Grossmutter, der auch das Haus gehört.

Alte Filme und prominente Gäste

Das Cinema Schwanen nützt die Gelegenheit für eine Hommage an den verstorbenen Schauspieler. Nebst der Premiere von «Der grosse Sommer» zeigt das Kino auch eine Reihe älterer Filme Gnädingers, zum Beispiel einen Hunkeler-Krimi, «Das Boot ist voll» oder «Der Gemeindepräsident». Schauspieler und Regisseure sind vor Ort und erzählen von ihren Erinnerungen an den Schauspieler.

«Wir wollten etwas Spezielles machen», sagt Martin Furger vom Verein Cinema Schwanen. «Ein einzelner Film wird Mathias Gnädinger nicht gerecht.» Mit den Einnahmen werden Entwicklungsprojekte in Afrika unterstützt – auch eine Herzensangelegenheit von Mathias Gnädinger.