Leicht tiefere Sozialkosten in Winterthur

Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat die Stadt Winterthur etwas weniger Geld für Sozialkosten ausgegeben. 110 Millionen Franken waren es 2015, eine Million Franken weniger als 2014. Eine Trendwende sei dies allerdings nicht, sagt der Stadtrat und ergreift Sofortmassnahmen, um den Anstieg zu stoppen.

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Bildlegende: In der Winterthurer Stadtkasse bleibt etwas mehr Geld. Keystone

Die Sozialausgaben befinden sich noch immer auf hohem Niveau, der Stadtrat müsse Gegensteuer geben: Diese Botschaft verbreitete Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) am Donnerstag im Rahmen einer Medienkonferenz zur sozialen Steuerung.

Tatsächlich gehört Winterthur zu den Schweizer Städten mit den höchsten Ausgaben für Sozialleistungen. Und in keiner anderen Schweizer Stadt ist der Anteil an Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahren so gross, die von der Sozialhilfe abhängig ist, gut 42 Prozent der Sozialhilfebezüger der Stadt Winterthur gehören dieser Alterskategorie an.

Der Stadtrat hat nun eine Reihe von Massnahmen verabschiedet, um Gegensteuer zu geben. Das Ziel ist es, die Sozialhilfekosten mittel- bis langfristig zu senken. Dafür nimmt er aber erst einmal mehr Geld in die Hand.

Mehr Personal für mehr Kontrolle und Unterstützung

So soll verstärkt überprüft werden, ob Sozialhilfebezüger zu hohe Mietzinsen zahlen oder ob Langzeitbezüger ein Anrecht auf eine Invalidenrente hätten. Zudem will der Winterthurer Stadtrat auch bei den Zusatzleistungen mehr Kontrollen durchführen und dafür mehr Personal einstellen.

Mehr Personal soll auch bei der Fachstelle für junge Erwachsene eingestellt werden. Diese Fachstelle unterstützt zum Beispiel Jugendliche bei der Lehrstellensuche oder der beruflichen Weiterentwicklung.

Pikant an dieser Massnahme: Derselbe Stadtrat hatte erst im Budget für das Jahr 2015 eine 80-Prozent-Stelle der Fachstelle aus Spargründen gestrichen und damit die Ressourcen der Fachstelle um einen Drittel reduziert.

Wieviele zusätzliche Stellenprozente der Stadtrat tatsächlich neu beantragt, wollen die Verantwortlichen im Rahmen des Budgetprozesses bekannt geben. Für mehr Personal müsste auf jeden Fall das Parlament seinen Segen geben.