Mehr Mitsprache für die Jugend

Jugendliche im Kanton Zürich sollen in der Politik mehr mitreden können. Sie sollen ein Jugendparlament erhalten, hat der Kantonsrat beschlossen. In der Debatte zeigte sich allerdings: Nicht alle begrüssen es, dass sich die Jungen einmischen können.

Jugendliche bei der Session im Bundeshaus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jugendliche machen Politik: So wie an der Jugendsession in Bern sollen sie auch im Kanton Zürich mehr mitreden. Keystone

Das Jugendparlament im Kanton Zürich soll Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren offenstehen. Sie sollen im Kantonsrat Vorstösse einreichen können, zu Themen, die sie beschäftigen. Ein Jugendparlament sei unbedingt nötig, sagte der Grüne Martin Neukomm: «Die Jungen sind hier in diesem Rat systematisch untervertreten.»

Um dies zu ändern, sollen sich die Jungen mit 18 in den Kantonsrat wählen lassen, erwiderte auf der anderen Seite die SVP. Dies sei früh genug, um sich in einem Parlament politisch zu engagieren. Ausserdem habe die eidgenössische Jugendsession von vergangener Woche gezeigt, dass dabei nur linke Forderungen auf den Tisch kämen.

Keine Pflicht, die Anliegen der Jungen zu behandeln

Die SVP stand aber zusammen mit der EDU alleine da mit ihrer Meinung. Die Mehrheit begrüsste die Gründung eines Jugendparlaments. Allerdings war sich das Parlament nicht einig, wie intensiv sich das Jugendparlament in den Kantonsrat einbringen soll. Von einer Verpflichtung, die Anliegen der Jugendlichen zu behandeln, wollte das Parlament nichts wissen. Und auch ein jährlicher Beitrag von 20‘000 Franken durch den Kanton Zürich wurde abgelehnt.

Daran soll die Idee eines Jugendparlaments aber nicht scheitern. Es soll über Spenden und Sponsoren finanziert werden. Die Schlussabstimmung findet in den nächsten Wochen statt.