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Neuer Zwist bei den Katholiken Ein Hirtenbrief des Bischofs sorgt für Unmut in Zürich

Vitus Huonder äussert sich zum Thema Verhütung. Und stösst mit seinen Aussagen die Zürcher Katholiken vor den Kopf.

Menschen stehen vor einer Kirche und halten ein Transparent mit der Aufschrift "Kirche für Menschen und nicht Menschen für Kirche".
Legende: Kritik am Kurs des Churer Bischofs kommt immer wieder auf. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2014. Keystone

Es gehe darum, die «Heiligkeit der Familie» zu schützen, steht in einer Mitteilung des Bischofs von Chur. Die Katholikinnen und Katholiken solle deshalb auf Verhütungsmittel verzichten. Stattdessen sollen sie Familienplanung betreiben durch «natürliche Empfängnisregelung» – also Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Phase der Frau.

Solche Aussagen sind nicht mehr zeitgemäss.
Autor: Franziska Driessen-RedingSynodalratspräsidentin

In Zürich stossen diese Aussagen auf wenig Verständnis. Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding findet die Worte des Bischofs unzeitgemäss: «Wir hier in Zürich leben anders. Ich hätte mir gewünscht, dass der Bischof den Gläubigen zutraut, dass sie verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umgehen können.»

«Ja, Zürcherinnen und Zürcher sollen verhüten»

Weiter kritisiert Driessen-Reding das Frauenbild, das der Churer Bischof in seiner Schrift zeichnet: «Es geht im Text primär um den Mann. Die Frau wird zum Objekt degradiert.» Diese Haltung sei antiquiert. Und Franziska Driessen-Reding widerspricht der Botschaft aus Chur offen: «Ja, in Zürich sollen Katholikinnen und Katholiken verhüten dürfen. Wir leben das Leben, wie es ist.»

Es geht um ein Grundprinzip, nicht um die Lebensrealität der Menschen.
Autor: Giuseppe GraciaSprecher Bistum Chur

In Chur reagiert man auf die Worte aus Zürich relativ gelassen. Es sei Bischof Huonder darum gegangen, auf ein Grundprinzip hinzuweisen.

Ihm sei klar, dass diese reine Lehre nicht der Lebenswelt der Zürcherinnen und Zürcher entspreche, sagt der Bistumssprecher Guiseppe Gracia auf Anfrage: «Wir wollen nicht sagen, es ist furchtbar, wenn sich jemand nicht daran hält. Aber es ist die Aufgabe des Bischofs, auf eine Grundhaltung der Kirche aufmerksam zu machen.»

Die theologische Lehre aus Chur und die Lebenswelt in Zürich: Im Nachgang des Hirtenbriefs zeigt sich einmal mehr der Graben innerhalb der Katholiken im Bistum.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
    Schon im Alter von 8 Jahren merkte ich, dass mit der kath. Kirche etwas nicht in Ordnung ist. Das ewige (ewig = immer, immer und es hört nie auf) Licht in der Kirche brannte nicht immer. Also wusste ich, dass die kath. Kirche lügt. Während der heiligen Wandlung passte ich jeweils auf, ob sich etwas Wandeln würde, aber es passierte nie etwas...!
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Ich kann diese veraltete, bevormundete Art des Herrn auch schwer Ertragen.Aber ich tue es denn wir sind in der freien Schweiz und da hat jeder das Anrecht zu sagen was er will! Bedrohlich ist es erst wenn sie Ihre Versuchen tätig zu werden und Menschen einzuschüchtern oder zu erpressen, was leider auch oft vor kommt!
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  • Kommentar von John Johnson (Kelten)
    ...und Personen mit solchen "Qualifikationen" werden von der Katholischen Kirche zum Bischof befördert!!?
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