Preiswürdige künstliche Explosionen

Grosse Ehre für ETH-Professor Markus Gross und sein Team: Die Forscher haben eine Software entwickelt, mit der sich Explosionen und die Ausbreitung von Rauchwolken simulieren lässt. Dafür erhalten sie von der Academy of Motion and Picture Arts and Sciences einen Tech-Oscar.

Portrait von ETH-Professor Markus Gruss Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mehr als Schall und Rauch: Mit seiner Simulationssoftware macht Markus Gross die Arbeit in Hollywood einfacher. zvg

Kein Action-Streifen aus der Traumfabrik in Hollywood kommt ohne Schall und Rauch aus. Die Special-Effect-Spezialisten mussten dafür früher manchmal tagelang rechnen. Mit der «Wavelet Turbulence»-Software ist das nun anders. Mit der Entwicklung, an der ETH-Professor Markus Gross massgeblich beteiligt war, lassen sich solche Effekte nun sehr viel schneller berechnen. Dafür werden der Professor für Computergrafik und seine  Kollegen mit dem «Technical Acheivement Award» der Academy of Motion and Picture Arts and Sciences (AMPAS) ausgezeichnet, teilt die ETH mit.

«Auch für die ETH nichts Alltägliches»

Gross freut sich über die Auszeichnung, die von der Academy jeweils vor den Film-Oscars verliehen wird. «Normalerweise werden Wissenschaftler mit Wissenschaftspreisen ausgezeichnet. Deshalb ist dieser Preis schon etwas ganz Besonderes», sagt Markus Gross im Interview mit dem «Regionaljournal». Die Software kam zum Beispiel in den Hollywood-Streifen «Avatar», «Kung Fu Panda» oder «Battleship» zum Einsatz.

Keine Lizenzgebühren

Die Forscher haben bewusst den Weg über eine Publikation gewählt, um ihre Software bekannt zu machen und auf eine Patentierung verzichtet.

Da viele Spezialeffekt-Studios eng kalkulieren müssen und nur geringe Margen haben, sind für sie lizenzfreie Methoden besonders attraktiv. Müssten die Studios hin-gegen Gebühren zahlen, hätten sie die Software wohl kaum übernommen, ist Gross überzeugt.

Im Februar reist der ETH-Professor nun nach Beverley Hills, um die Auszeichnung an einer Gala entgegen zu nehmen. Die «Tech-Oscars» werden seit 1931 vergeben. Die Academy anerkennt damit technische Entwicklungen, die die Filmproduktion und -wiedergabe bedeutend vorwärts bringen.