Rechnung 2013: Erstaunen und Freude bei den Zürcher Parteien

Vom positiven Rechnungsergebnis - 14 Millionen Franken plus, statt 95 Millionen Franken minus - sind auch die Stadtzürcher Parteien überrascht. Erfreut bis hoch erfreut zeigen sich Grüne, SP und AL. Erleichtert sind FDP und SVP. Allzu optimistisch sehen die Bürgerlichen das Resultat jedoch nicht.

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Bildlegende: Kein Pleitegeier am Zürcher Himmel: Ob der Vogel doch noch landet, darüber sind sich Links und Rechts nicht einig. Keystone

Seit Monaten kreiste der Pleitegeier über der Stadt Zürich, auf Plakaten und in Wahlkampfreden der Bürgerlichen mutierte er zum Lieblingstier.

«Der Geier ist abgestürzt»

Angesichts der positiven Rechnung lassen es sich Links und Grün nicht nehmen, den Vogel genüsslich abzuschiessen. So meint Karin Rykart, Fraktionspräsidentin der Grünen gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Den Pleitegeier hat man nie gesehen über Zürich.» Sie hofft, dass nun auch die SVP nicht mehr vom Pleitegeier spricht. Rebekka Wyler, Vizefraktionspräsidentin der SP ist überzeugt: «Der Geier ist abgestürzt», die SP hätte immer gesagt, die Finanzen der Stadt seien solide. Sie sehen sich deshalb in ihrer pragmatischen Haltung bestätigt.

«Der Pleitegeier ist noch nicht gelandet»

Die FDP nimmt die Rechnung mit leichtem Erstaunen zur Kenntnis. Präsident Michael Baumer sieht dennoch keinen Grund zur Entwarnung. Zustande gekommen sei das gute Resultat einerseits, indem Investitionen nicht getätigt worden seien, andererseits durch die hohen Grundstückgewinnsteuern. «Mit der BZO, die man jetzt vorschlägt, werden die nie mehr erreicht werden.» Die finanzielle Lage bleibe deshalb schwierig.

Auch die SVP ist positiv überrascht aber auch leicht verärgert. SVP-Präsident Roger Liebi moniert, dass nicht einmal er als Präsident der Rechnungsprüfungs-kommission gewusst habe, dass es mit der Rechnung besser stehe. Für ihn ein Beweis, dass der Stadtrat nicht recht wisse, was vor sich gehe. Was der SVP auch weiterhin Sorgen bereitet, ist die Entwicklung des Fremdkapitals. Die Schulden würden ständig steigen, irgendwann müssten die bezahlt werden. «Der Pleitegeier ist noch nicht gelandet», meint Liebi. Für ihn ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis er es doch noch tut.