Risikogruppe Senioren: Zürcher Polizei bittet um mehr Rücksicht

Über 65-Jährige sind neben Kindern die am stärksten gefährdete Personengruppe im Strassenverkehr. Mit dem Unterschied, dass auf Kinder generell mehr Rücksicht genommen wird, als auf Ältere. Das soll sich dank einer neuen Kampagne der Kantonspolizei ändern. Auch die Senioren müssen dazulernen.

Ein freundlich lächelnder Senior hält ein Schild hoch mit der Aufschrift: «Bitte langsam, ich bin es auch». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: ...ich bin es auch! Mit diesem Slogan wirbt die Zürcher Polizei um mehr Rücksicht gegenüber über 65-Jährigen. ZVG

Es ist eine erschreckende Zahl: Über 56 Prozent der Fussgänger, die in den letzten zehn Jahren im Strassenverkehr getötet wurden, sind laut Kantonspolizei Zürich über 65 Jahre alt. Die neue Verkehrssicherheitskampagne will diese Zahl reduzieren. Autofahrerinnen, Töff- und Velofahrer werden dabei angehalten, sich rücksichtsvoller gegenüber älteren Personen zu verhalten. Gleichzeitig möchte die neue Kampagne auch die Seniorinnen und Senioren selbst auf das erhöhte Risiko aufmerksam machen.

Bitte mehr Rücksicht

Ältere Menschen sehen und hören schlechter. Sie können Informationen weniger rasch verarbeiten und reagieren weniger schnell als Jüngere. Auch Krankheiten wie Parkinson oder Demenz kann ihre Verkehrstüchtigkeit einschränken. Wird dies von den anderen Verkehrsteilnehmenden nicht beachtet, kann es zu gefährlichen Situationen kommen.

Kommt hinzu, dass der Körper von älteren Menschen gebrechlicher ist. Deshalb sind die Verletzungen bei einem Unfall oft gravierender. Mit Plakaten und einer Webseite macht die Zürcher Kantonspolizei nun auf diese Fakten aufmerksam.

Praktische Tipps

Die älteren Menschen können aber auch selber etwas für ihre Sicherheit tun: Sie könnten Stosszeiten meiden, in denen der Verkehr hektisch ist oder sich hell kleiden und Reflektoren an der Kleidung anbringen, um besser sichtbar zu sein. Zur Kampagne gehört deshalb auch eine Broschüre, die sich direkt an die über 65-Jährigen richtet. Diese Tipps sollen auch in Altersheimen aufgelegt werden.