Romantische Blütenpracht nach strengem Plan

Die Stadt Zürich überlässt in ästhetischer Hinsicht selten etwas dem Zufall. Seien es nun Weihnachtsmärkte oder Tramhäuschen: Für alles gibt es Vorschriften, Reglemente, oder zumindest ein Konzept. Dies gilt auch für die städtischen Blumenrabatten, die dieses Jahr besonders prächtig blühen.

Rosa und lilafarbene Dahlien, blauer Salbei, rote Zinien und weiss blühende Cleomen: Die Blumenrabatten am Bürkliplatz leuchten in allen Farben. So zufällig die luftig-bunte Farb- und Pflanzenkombination auf den ersten Blick wirken mag: Aus Zufall verirrt sich keine Blume in eine städtische Rabatte. Was wann wo in Zürich blühen soll, plant die Stadtgärtnerei weit im Voraus.

Ein Berner sagt, was Zürich blüht

«Der Verantwortliche entwickelt die Bepflanzung zusammen mit einem Landschaftsarchitekten aus Bern», erklärt Axel Fischer von der Zürcher Stadtgärtnerei. Der Spezialist habe die Übersicht über das neuste Sortiment an Pflanzen und Blumen. «Wir greifen gern auf seine Expertise zurück.» Zum grossen Teil seien es spezielle Züchtungen. Blumen in besonderen Farben oder mit einer langen Blühdauer.

Weniger Vielfalt, mehr Einheit

Je nach Standort wird von der Stadtgärtnerei eine andere Bepflanzung gewählt. Anders als früher gibt es aber nur noch wenige verschiedene Anordnungen. Beim Sujet «Vulkan» werden zum Beispiel hohe, rotblühende Pflanzen gewählt, die im Mittelpunkt stehen. Beim Sujet «Schachbrett» werden die Pflanzen geometrisch angeordnet. Für schmale Flächen gibt es das Sujet «flache Bande». «Wir wollten ein einheitliches Bild für die ganze Stadt», erklärt Fischer. Der Entscheid zu weniger Vielfalt komme gut an, betont er: «Wir erhalten sehr gute Rückmeldungen.»

Trotz allem gibt es auch Zeitgenossen, die Blumen offenbar wenig zu schätzen wissen. Gerade während Anlässen wie dem «Züri-Fest» kommt es zu Vandalenakten. Zu leiden hat zum Beispiel die Blumenuhr am Bürkliplatz: «Die wird leider immer wieder vandaliert», sagt Fischer, «das ist frustrierend.»