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IV statt Sozialhilfe Schmerzpatienten: IV-Entscheide lassen auf sich warten

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Bundesgerichtsurteil im August 2015 kommt zum Schluss: Menschen, die unter unerklärlichen Schmerzen leiden, haben unter Umständen Anrecht auf eine IV-Rente. In Zukunft muss jeder Einzelfall abgeklärt werden.
  • Viele Patienten, die wegen unerklärlicher Schmerzen arbeitsunfähig waren, landeten bis dahin in der Sozialhilfe. Ihre Krankheit galt als «überwindbar».
  • Die sozialen Dienste in Zürich und Winterthur bemühten sich seit der neuen Rechtsprechung in 50, respektive in 25 Fällen um eine Neubeurteilung bei der IV. Das Ziel: Sozialhilfe sparen.
  • Bis jetzt hat die IV in keinem einzigen Fall eine Rente bezahlt.

In Zürich ist man von der langen Dauer der Verfahren nicht überrascht: «Es muss alles genau abgeklärt werden», sagt die Sprecherin der sozialen Dienste, Nadine Grunder. «Wir sind aber weiter zuversichtlich.» In 18 Fällen hat die Stadt allerdings bereits auf eine Überprüfung verzichtet, weil sich der Zustand der Patienten nicht verschlechtert hat – dies eine Bedingung für eine IV-Rente. In zehn Fällen wurde ein Gesuch um eine IV-Rente eingereicht. Andere Fälle stehen kurz vor der Überprüfung oder werden weiter abgeklärt.

Konsequenzen der neuen Rechtsprechung

In Winterthur sind sechs Fälle bei der IV hängig, auch hier steht ein Entscheid noch aus. Dieter Wirth, Leiter der sozialen Dienste ist trotzdem zufrieden, vor allem wegen der Konsequenzen für neue Fälle: «Wir getrauen uns heute, Fälle bei der IV anzumelden, worauf wir vor der neuen Rechtsprechung verzichtet hätten.» Sie hätten festgestellt, dass sich viele Fälle im Lauf der Zeit veränderten, manchmal leider auch zum Schlechteren. Auch im Fall einer Ablehnung der IV-Rente lohne es sich deshalb, dranzubleiben. «Das werden wir in Winterthur auch tun», verspricht Wirth.

Wie gross der Effekt auf die Sozialhilfe in Zukunft sein wird, kann man weder in Zürich noch in Winterthur abschätzen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Ich weiss jetzt schon, wer dann unklärbare Schmerzen hat und eine IV mit Ergänzungsleistungen bezieht. Im ganzen Sozialwesen, dessen Daten übrigens besser als Polizeiakten gehütet werden, hat es dummerweise einen hohen Prozentsatz von Schmarozern/innen, das lässt sich nicht ändern.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Ich sage es nochmal, ich bin kein Ausländerhasser. Aber sieht man sich mal an, WER IV beantragt, so könnte man glatt dazu tendieren. Und viele der Ausländer können noch nicht mal gross was dafür. Der Fehler war und ist doch, dass wir alle Kranken und Armen aufnehmen. Die landen dann logischerweise bei den Sozialwerken. Immer mehr die nie einbezahlt haben beziehen Gelder, diese Rechnung muss früher oder später im Fiasko enden. Wir Schweizer dürfen das dann auslöffeln. Wie so oft...
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    1. Antwort von Silvan Biefer (Silber)
      Ich bin der Auffassung, dass die Ausländer die wir anderweitig (nicht als Wirtschafts- und politische Flüchtlinge in die Schweiz kommen) zB. wie ein Herrn Thiam oder reiche Russen, die immer sehr herzlich und ohne grosses Traritrara aufgenommen werden, oder andere gut betuchte Manager/Mitarbeiter die zB. wegen eines Jobangebots kommen, gleichen die Sozialhilfebezüger wieder aus.
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