«Seilbahnen sind kaum mehr als eine Vision»

Knapp 16 Stunden hat das Stadtzürcher Parlament über den neuen regionalen Richtplan diskutiert und ihm schliesslich zugestimmt. Stadtrat André Odermatt findet die neue Version des Parlaments «sehr gut», auch wenn sie einige Punkte enthält, die wohl nie verwirklicht werden.

Mehr sozialer Wohnungsbau, mehr Veloverkehr, mehr Grünraum, aber möglichst nicht mehr Autos – so soll sich die Stadt Zürich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln. Eine Mehrheit des Zürcher Stadtparlaments hat den revidierten regionalen Richtplan am Mittwochabend mit 74:42 Stimmen abgesegnet. SVP und FDP lehnten ihn ab, die CVP enthielt sich der Stimme.

Gegen «Velofanatismus»

Der Grund dafür: Durchgekommen waren vor allem Änderungsanträge von Rot/Grün zu Grünraum und Veloverkehr. So soll es etwa neu Velostrassen geben, also hindernisfreie Schnellrouten mit Vortritt. Die SVP hatte schon in der Eintretensdebatte ihre Ablehnung angekündigt. Die FDP war dem stadträtlichen Vorschlag noch wohlgesonnen, störte sich aber an den Änderungen, mit denen die links-grüne Mehrheit «das Fuder überladen» habe. Auch die CVP zeigte sich verärgert über den «Velofanatismus» und enthielt sich.

Zufriedener André Odermatt

Der zuständige Stadtrat André Odermatt zeigte sich trotz Gegenstimmen gut gelaunt: «Der Gemeinderat hat Akzente gesetzt bei Pärken und Veloverkehr. Ich kann damit gut leben», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal». Der Richtplan, so wie ihn das Parlament abgeändert habe, sei «sehr gut». Odermatt ist überzeugt, dass der Regierungsrat, der den Richtplan absegnen muss, dem veränderten Werk «wohlwollend gegenübersteht».

Den Richtplan-Einträgen für verschiedene Seilbahnen und der Aufforderung, eine U-Bahn zu prüfen, steht André Odermatt allerdings skeptisch gegenüber: «Seilbahnen sind kaum mehr als eine Vision, das sieht man schon an den Schwierigkeiten mit der Zooseilbahn.»