«So ist das Stadion Hardturm eine Totgeburt»

Kaum hat der Stadtrat bekannt gegeben, wie er auf dem Hardturm-Areal doch noch ein Fussballstadion entstehen lassen will, hagelt es Kritik von verschiedenen Seiten.

Fussballfans halten ein Banner, auf dem steht: «Hardturm jetzt» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So schnell, wie sich das die GC-Fans wünschen, wird es nicht gehen mit einem neuen Hardturmstadion. Keystone

Vergangene Woche präsentierte der Stadtrat seine Pläne für das Hardturmstadion. Er hat beschlossen, einen neuen Investorenwettbewerb auszuschreiben. Dabei sollen aber dieselben Pläne übernommen werden, die im letzten Herbst an der Urne noch gescheitert waren. Der Stadtrat hält auch daran fest, dass neben dem Stadion günstiger Wohnraum gebaut werden soll.

Dieses Vorgehen sorgt nun bei Politikern für Kopfschütteln. Mit solch rigiden Vorgaben finde man keine Investoren, meinen die beiden Grünliberalen Gemeinderäte Samuel Dubno und Gian von Planta.

«Eine Totgeburt»

Gegenüber Radio SRF findet Samuel Dubno klare Worte zum Vorgehen des Stadtrates: «So, wie der Stadtrat dieses Projekt aufgleist, ist es eine Totgeburt. Unsere Hoffnung, dass daraus ein Fussballstadion entsteht, ist sehr bescheiden.» Mit ihrem Postulat wollen sie jetzt «die Türe aufstossen» für mögliche Investoren.

Konkret verlangen die beiden in ihrem Vorstoss «eine grössere Flexibilität» für die Investoren. Man sei zwar ebenfalls dafür, dass auf dem Areal günstiger Wohnraum entstehe. Doch auch in dieser Frage solle der Stadtrat «möglichen Investoren einen grösseren Spielraum zugestehen».

Absage an Immobilienfirma

In diesem neuerlichen Hickhack um den Hardturm zeigt die Co-Präsidentin der städtischen SP, Gabriela Rothenfluh, Verständnis für beide Seiten: «Ich kann verstehen, dass mehr Flexibilität gefordert wird. Gleichzeitig sehe ich die Gründe der Stadt, an gewissen Voraussetzungen festzuhalten.» Die grosse Schwierigkeit bei diesem Projekt sieht Rothenfluh darin, dass eine Variante entweder zu teuer sei oder dann als zu kommerziell abgelehnt werde.

Gestern wurde ausserdem bekannt, dass die Immobilienfirma Swiss Prime Site - Besitzerin des Swiss Prime Towers - mit ihrem Vorschlag beim Stadtrat abgeblitzt ist. Das Unternehmen hat einen Entwurf eingereicht, der auf dem Gelände neben dem Stadion 500 Wohnungen vorsah. Zudem war eine «quartierverträgliche Mantelnutzung» projektiert.

Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe der Stadt hat jedoch diesem sowie den anderen vier eingegangenen Projektskizzen eine Absage erteilt.