«Stadtrat von Wil hat gegen Treu und Glauben verstossen»

Es gärt zwischen dem Stadtrat von Wil und Winterthur. Grund ist der geplante Ausstieg aus Wil beim Biogasunternehmen Biorender. Winterthurs Stadtrat Matthias Gfeller wirft nun dem Stadtrat Wil vor, er habe gegen Treu und Glauben verstossen.

Die Anlage von Biorender in Münchwilen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gas aus Fleischabfällen: Nun geraten sich die Stadträte von Winterthur und Wil in die Haare wegen der Anlage von Bior... ZVG

Am Sonntag haben die Stimmberechtigten von Winterthur entschieden, dass die Stadt das Biogas der Pilotanlage von Biorender weiterhin subventioniert - trotz technischen Problemen. Am Montag teilte der Stadtrat von Wil mit, dass Wil bei Biorender aussteigen und seine Aktien verkaufen will.

«Ich fühle mich beleidigt», sagt nun der zuständige Winterthurer Stadtrat Matthias Gfeller. Es laufe nämlich noch ein Mediationsverfahren mit allen Beteiligten. Dort soll verhandelt werden, wie man die Probleme bei Biorender löst. «Dass Wil nun trotzdem schon seinen Ausstieg bekanntgab, verstösst gegen Treu und Glauben», ärgert sich Gfeller im Gespräch mit dem «Regionaljournal ZH/SH».

«Wusste nicht alles»

Gfeller wusste jedoch schon vor der Abstimmung, dass der Stadtrat von Wil über einen Ausstieg nachdenkt. Trotzdem hat er die Stimmberechtigten nicht informiert. «Dass Wil gleich alle Aktien verkaufen will, wusste ich nicht», rechtfertigt sich Gfeller. Trotz seinem Ärger will Gfeller nun mithelfen, dass das Problem mit Wil einvernehmlich gelöst werden kann.

Die anderen Teilhaber von Biorender - dazu gehören die Städte St.Gallen und Schaffhausen - wollen offenbar vorläufig bei Biorender bleiben.

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