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Umstrittene Entsorgungsaktion Stadtregierung lässt alte Steuererklärungen nun schreddern

Der Schaffhauser Stadtrat will nicht, dass sich die Bevölkerung um ihre persönlichen Daten sorgt. Alte Steuererklärungen werden künftig nicht mehr weggeworfen, sondern vernichtet. Ein lokaler Journalist hatte zuvor Steuerakten in einer offenen Mulde entdeckt.

Hände mit roten Fingernägeln füllen Steuererklärung aus.
Legende: Zum besseren Datenschutz: Die Stadt Schaffhausen setzt bei der Akten-Vernichtung neu auf einen Schredder. Keystone

Anstatt die alten Steuererklärungen zu vernichten, entsorgte die Stadt Schaffhausen die Akten in einer offenen Mulde. Diese Aktion sorgte am Donnerstag für Schlagzeilen und alarmierte den kantonalen Datenschützer. Dieser erhob gleichentags eine Aufsichtsbeschwerde und reichte eine Strafanzeige ein.

Nun hat die Stadt Schaffhausen reagiert. Steuererklärungen die vernichtet werden sollen, würden künftig in Sicherheitsbehältern gesammelt und geschreddert, erklärt der Schaffhauser Finanzreferent Daniel Preisig. So bestehe zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, dass Unbefugte darauf Zugriff hätten.

Wir wollten die Zweifel der Bevölkerung aus dem Weg räumen.
Autor: Daniel PreisigFinanzreferent Schaffhausen

Die Sicherheitsbehälter würden dann zu einem mobilen Schredder-Fahrzeug gebracht, wo die Akten in schmale Streifen geschnitten werden. «Wir nehmen den Schutz heikler Daten ernst», beteuerte Preisig bereits am Donnerstag gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Sensible Daten im Abfall

Am Mittwochmorgen entdeckte ein Journalist der «Schaffhauser Nachrichten» hunderte Steuererklärungen in einer Mulde vor dem Stadthaus. Die heiklen Daten waren offenbar gut sichtbar. Die Mulde war zwar bewacht, trotzdem gelang es dem Journalisten, hineinzugreifen und die darin liegenden Steuerakten zu fotografieren.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Ein eifriger Lokaljournalist hat eine Maus geboren! An diesem Beispiel sieht man, dass den Revolverjournalisten die Headline wichtiger ist als ein vernünftiges handeln. Er hätte ja die Aufsichtsperson ansprechen können, er solle bitte aufpassen. Aber nein, man muss ja dem Finanzreferenten ans Bein pinkeln!
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    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      @ N.Bächler: Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wenn man so fahrlässig mit solchen Daten umgehet muss man sich nicht wundern, übrigens ich habe schon seit Jahren einen Papierschredder. Sie scheinen noch nicht erkannt zu haben, das diese Daten hochsensibel sind.
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