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Stadtzürcher Flughafenaktien «Ein Verkauf der Aktien wäre verheerend»

Die Grünen und die SVP wollten im Stadtparlament erreichen, dass die Stadt Zürich ihr Aktienpaket am Flughafen Zürich verkauft. Die Motion blieb chancenlos.

Ein Flugzeug der Swiss im Landeanflug über der Stadt Zürich
Legende: Die Stadt Zürich besitzt 5 Prozent der Flughafen Zürich AG. Das sichert ihr einen Sitz im achtköpfigen Verwaltungsrat. Keystone

Die Motion von SVP und der Grünen verlangte vom Stadtrat, den Anteil der Stadt am Flughafen von heute 5 Prozent ganz oder bis zu einem maximalen Anteil von 0,5 Prozent rückwirkend auf den 30.6.2018 zu verkaufen.

Den Vorstoss mit eingereicht hat Markus Knauss (Grüne). Der Flughafen sei eine der grössten Dreckschleudern der Schweiz, kritisierte er. Die städtische Beteiligung stehe im Widerspruch zu den ökologischen Zielen der Stadt wie etwa der 2000-Watt-Gesellschaft und Fluglärm.

Wir müssen konsequent sein und die Aktien verkaufen. Das bringt auch viel Geld nebenbei.
Autor: Markus KnaussGemeinderat Grüne

Unterstützt wurden die Grünen einzig von der SVP - eine äusserst selten Allianz. Die Volkspartei stellte den wirtschaftlichen Aspekt im Fokus. Sie kritisierte, dass die Aktien-Gewinne die Rechnung der Stadt komplett verfälsche. Zudem habe sie - trotz Verwaltungsratssitz - kaum Einfluss auf die Strategie des Flughafens.

Sie können in der Flughafenpolitik nur etwas erreichen, wenn sie die Mehrheit haben.
Autor: Urs FehrGemeinderat SVP

SP, AL, GLP, EVP und FDP lehnten die Motion ab. Würde die Stadt ihre Aktien verkaufen, würde sie zwar viel Geld einnehmen, aber sie würde auch ihren Einfluss verlieren, hiess es.

Soll der VR-Sitz der Stadt Zürich etwa durch ausländische Investoren wie Katar eingenommen werden?
Autor: Alan David SanginesGemeinderat SP

Auch der Stadtrat lehnte die Entgegennahme der Motion ab. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) betonte den grossen volkswirtschaftlichen Nutzen des Flughafens. Ein Verkauf der Aktien könnte so aufgefasst werden, als ob die Stadt kein Interesse mehr am Flughafen habe und dass sei ein «verheerendes Signal».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Geht's noch. Tafelsilber verscherbeln, dass dem Staat gehört. Ausgerechnet die heimat-orientierte SVP will da mitmachen. Verstehe ich nun gar nicht. Bei den Grünen und Linken ist es klar, die würden am Liebsten die ganze Schweiz von der Welt überfluten lassen. Frei nach dem Motto: "Bei Freunden, Linken und Netten zuhause".
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Lustige Diskussion. Lustig aus allen möglichen Gründen. Grüne, die den direkten Einfluss auf den gehassten Flughafen aufgeben wollen, SVPler, welche Tafelsilber verscherbeln wollen, und SP-Leute, für die Plötzlich ausländische Einflüsse auf unser Land des Teufels sind. Hat da jemand Lachgas in die Luft getan?
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    1. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Stimmt genau, es ist wirklich lustig, die grünen könnte ich im Notfall noch ein bisschen verstehen, so gross ist der Einfluss mit 5% nicht, aber die SVP macht wieder einen "Spagat". Bei dieser komischen Politik wird sie in den nächsten Wahlen Stimmen verlieren. Allianz mit den grünen, wertvolle Aktien verscherbeln und gleichzeitig Mieterrechte abschreiben wollen usw. Die SVP soll eine Volkspartei sein, dazu gehören, ein wohlhabender Staat, gesunde Finanzen und einen gesunden Mittelstand.
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