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Sparen dank Mietzinsreduktion Stadtzürcher Sozialhilfebezüger sollen tiefere Mieten verlangen

Der Referenzzinssatz sinkt. Die tieferen Mieten sollen auch das Budget der Stadt Zürich entlasten.

Zeitung mit dem Titel: "Mietzinssenkung: So geht's!"
Legende: Nicht nur der Mieterverband fordert zum Handeln auf, sondern auch die Stadt Zürich. Keystone

Nachdem der Referenzzinssatz weiter gesunken ist, erhalten in den nächsten Tagen alle rund 14'000 Haushalte, die Sozialhilfe beziehen, Post von der Stadt Zürich. Der Inhalt: Eine Aufforderung, die Sozialhilfeempfänger sollen von ihren Vermietern tiefere Mieten verlangen.

Musterbrief und Hilfe

Damit diese Mietzinsreduktion möglichst einfach beantragt werden kann, stellt die Stadt Zürich einen Musterbrief zur Verfügung. Es muss nur noch Name und Adresse eingefüllt werden. Und wenn die Sozialhilfeempfänger dies nicht selbst können, hilft die Stadt Zürich beim Ausfüllen.

Sparen hilft Mietern und Stadt

Diese Hilfestellung ist nicht ganz uneigennützig. Von den tieferen Mieten profitieren nämlich nicht nur die Mieterinnen und Mieter selbst, sondern auch die Stadt Zürich, die über die Sozialhilfe ihren Beitrag leistet.

Rund 800'000 Franken jährlich könnte die Stadt Zürich dank dem tieferen Referenzzinsatz sparen, rechnet Beatrice Henes von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» vor.

Der Hauseigentümerverband ist wenig begeistert

Man habe keine Freude an den Briefen der Stadt Zürich, sagt Albert Leiser, Präsident des Zürcher Hauseigentümerverbands. «Mich erstaunt es, dass die Stadt sich nun so einsetzt für die Sozialhilfebezüger. Sonst heisst es immer, diese seien eigenständig und man sei nicht zuständig», so Leiser gegenüber dem «Regionaljournal». Aber natürlich habe jeder ein Anrecht darauf, dass seine Miete überprüft werde, egal ob Sozialhilfebezüger oder nicht, sagt Leiser weiter.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Wenn es schon ein vorgedrucktes Formular gibt, wieso kann dann die Mietzinssenkung nicht gleich direkt durch das Sozialamt verlangt werden - ist ja v.a. in deren (unserem, Steuerzahler) Interesse, dann wären die Sozialhilfebezüger aus der Schusslinie der Vermieter und der Druck via das Amt wäre ev. grösser und wirkungsvoller.
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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Dann bekommt man wohl einfach die Kündigung wenn man ne Mietzinssenkung will und als Sozialhilfebezüger hat man es ja sowieso schon viel schwerer eine Wohnung zu bekommen.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Damit wird sich das Sozialamt aber unter den Vermietern und Sozialhilfebezügern keine neuen Freunde machen. Wer freundlicherweise bereit ist, trotz grosser Umtriebe und Unsicherheiten überhaupt an Sozialfälle zu vermieten, soll jetzt noch mit kleinlichen Mietsenkungsbegehren belästigt werden. Das ist der Gipfel!
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    1. Antwort von Franz Huber (R.)
      Welche grossen Umtriebe sie meinen erschliesst sich mir jetzt nicht direkt. Der Mietzins ist so auf jeden Fall gesichert für den Vermieter. Bei Mieterschäden ist eine Haftpflichtversicherung da die zahlt. In der Stadt Zürich ist es so. Falls die Versicherung Schäden wegen Grobfahrlässigkeit nicht bezahlen will, wird wohl das Amt einspringen müssen. Ganz im Gegensatz zu "normalen" Mietern. Da gibt es dann manchmal gar nichts mehr zu holen. Bleibt nur noch die Verluste abzuschreiben.
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    2. Antwort von Kurt E. Müller (KEM)
      @Huber: Es ist richtig, dass das Sozialamt haftet für 3 Mieten, analog Mieterkaution von einem normalen Mieter. Wenn aber ein Sozialhilfebezüger die Miete nicht bezahlt und dazu noch beim Auszug die Wohnung komplett zerstört hinterlässt, reicht das natürlich hinten und vorne nicht. Das mit der Haftpflichtversicherung ist ein Witz. Die windet sich jedesmal heraus wegen "Grobfahrlässigkeit". Und mit grossen Umtrieben meine ich Verhaltensauffälligkeiten, die immer wieder mit Polizeibesuchen enden.
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