Start gut, Nächte kurz: Bilanz der Neuen im Stadtrat Winterthur

Seit 100 Tagen sind die beiden neuen Stadträtinnen Yvonne Beutler (SP) und Barbara Günthard (FDP) und der neue Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) in Winterthur im Amt. Sie ziehen eine positive Bilanz, wenn auch der Schlaf Mangelware und der Einstieg steil war.

Yvonne Beutler links und Michael Künzle rechts mit Blumensträussen in den Händen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Strahlende Gesichter nach der Wahl: nach100 Tagen im Amt ziehen Yvonne Beutler und Michael Künzle Bilanz. Keystone

«Es waren 100 lange Tage und kurze Nächte», sagt SP-Stadträtin Yvonne Beutler, «und es war eine intensive, spannende Zeit.» Als Finanzvorsteherin musste sie sich gleich mit dem Budget befassen - und eine schwierige Budgetdebatte meistern. Um ein Haar lehnte das Winterthurer Parlament das Budget ab.

Bei Barbara Günthard-Maier war es der Fluglärm, der sie gleich von Beginn an forderte. «Am dritten Arbeitstag musste ich dem Stadtrat gleich einen Brief an den Bundesrat präsentieren», sagt sie. Das sei ein steiler Einstieg gewesen, sagte sie am Dienstagmorgen vor den Medien.

Künzles Annäherung an die Kultur

Auch Michael Künzle musste sich umgewöhnen: Davor war er Polizeivorsteher, jetzt ist er als Stadtpräsident unter anderem für die Kultur zuständig. «Es ist eine langsame Annäherung», sagt er. Doch zur Zeit dominieren auch bei Michael Künzle die Finanzen: Nach der Budgetdebatte muss auch er Sparvorschläge machen.

 Im Interview mit dem Regionaljournal erwähnt der neue Winterthurer Stadtpräsident und Nachfolger von Ernst Wohlwend den frischen Wind, der im Gremium herrscht: «Man kann wieder ohne Probleme gewisse Dinge ansprechen, ohne jemanden zu verärgern.» Künzle will übrigens sein Büro im Stadthaus räumen, wenn der Axpo-Versicherungskonzern auf dem Sulzerareal seinen «Superblock» fertig gebaut hat: «Ich werde mit meinem Kader in ein Grossraumbüro wechseln.»