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Zürich Schaffhausen Startschuss für die dritte Gubrist-Röhre

Im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard haben die Bauarbeiten für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung begonnen. Wegen chronischer Verkehrsüberlastung wird die A1 dort auf sechs Spuren ausgebaut. Der gefürchtete Gubrist-Tunnel erhält eine dritte Röhre.

Limmattalerkreuz, Gubrist, Verzweigung Zürich Nord: Kaum eine Verkehrsmeldung, in der nicht mindestens einer dieser Begriffe vorkommt. Im Jahr 2014 wies die Statistik des Bundesamts für Strassen Astra auf der Zürcher Nordumfahrung fast 6000 Staustunden aus.

Die rund zehn Kilometer lange Nordumfahrung gehört mit täglich bis zu 120'000 Fahrzeugen zu den am häufigsten befahrenen Autobahnabschnitten der Schweiz und gilt als einer der «Stauschwerpunkte» des Landes.

Bis ins Jahr 2025 soll die A1 in diesem Abschnitt deshalb von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. Das Astra hat die Hauptarbeiten nun offiziell eröffnet. Mit dabei waren Bundesrätin Doris Leuthard, die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh und der Stadtzürcher Verkehrsminister Filippo Leutenegger.

Sechs Spuren, drei Röhren

Der Ausbau auf sechs Spuren verlangt auch eine dritte Tunnelröhre durch den Gubrist. Sie soll – genau wie am Baregg – den Verkehr Richtung Bern, Basel, Luzern und Chur aufnehmen. Die beiden bestehenden Röhren schlucken künftig den Verkehr Richtung St. Gallen und Flughafen.

Gemäss Astra soll der Ausbau 1,55 Milliarden Franken kosten. Die Arbeiten dürften 2025 abgeschlossen sein. Während der Bauzeit bleibt die A1 zwischen Limmattalerkreuz und Verzweigung Zürich Nord vierspurig befahrbar.

In verschiedenen Gemeinden im Limmattal, im Furttal, im Glattal sowie im Raum Zürich Nord sind insgesamt rund 70 kleinere und grössere Einzelmassnahmen vorgesehen. So soll der Verkehr mit neuen Kreuzungen und Fahrbahnverengungen vermehrt aus den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden.

Abtransport mit der Bahn

Die Grossbaustelle in Zürichs Norden erhält einen eigenen Bahnanschluss. Auf der östlichen Seite des Gubrists bei Zürich-Affoltern wird ein dreigleisiger Verladebahnhof eingerichtet. Von hier werden rund 700'000 Kubikmeter Gestein mit der Bahn abtransportiert. Auf diese Weise lassen sich gemäss Astra rund 160'000 Lastwagenfahrten vermeiden. Eine Ausstellung im Informationspavillon Regensdorf informiert über alle weiteren Details zum Autobahnausbau.

Ausbau Nordumfahrung Zürich (ASTRA)

ACS und TCS fordern mehr

Die Zürcher Sektionen des Automobilclubs und des Touringclubs Schweiz sind erfreut über den Baubeginn beim Gubrist. Lorenz Knecht, Direktor der ACS Sektion Zürich, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Endlich fahren die Bagger auf. Die Autofahrer müssen sich aber wohl noch etwa fünf Jahre in Geduld üben, bis der Stau am Gubrist abnimmt.»

Ausserdem könne der Ausbau auf der Nordumfahrung nur der Anfang sein, fordert der Geschäftsführer der TCS Sektion Zürich: «Man darf den Gubrist nicht isoliert betrachten. Es muss weitergehen mit der Beseitigung der Engpässe: Brüttiseller Kreuz, Glattalautobahn, Oberlandautobahn.» Wenn man diese Projekte nicht vorantreibe, verschiebe sich bloss ein Teil des Staus weg vom Gubrist an neue Orte.

Das wissen auch der Kanton und das Astra. Die zuständige Regierungsrätin Carmen Walker Späh verspricht weitere Besserung: «Für das Brüttiseller Kreuz etwa liegt ein Projekt vor. Auch dort ist angedacht, unterirdisch mit einem Tunnel eine Lösung zu finden»

Ebenfalls gibt es fortgeschrittene Pläne für die Glattalautobahn. Diese liegen zurzeit in Bern in der Kommission des Nationalrats, im Rahmen des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds. Voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres stimmt das Volk über diesen Fonds ab. Gibt es ein Ja, würde der Bund die Kosten in der Höhe von 3,2 Milliarden Franken für die Autobahn durch das Glattal übernehmen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Weitere Bessering? Beispiele gefällig? Die Oberlandautobahn (A53) wurde schon vor über 50 Jahren geplant, und sie steht noch immer nicht durchgängig. Das Nadelöhr um Winterthur? Kein Plan. Die Probleme werden immer grösser. Nationalstrassenbau (wie 1958 vom Volk im Bundesgesetz über die Nationalstrassen beschlossen) ist eine Lachnummer.
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