Toniolo mischt die Kulturszene in Leipzig auf

Der Schaffhauser Künstler und Kulturorganisator Beat Toniolo hat in Leipzig ein Parallel-Programm zur Internationalen Buchmesse auf die Beine gestellt. Toniolo fühlte sich mit seiner geplanten Installation aus Pet-Flaschen zu sehr eingeschränkt. Nun präsentiert er eigene Lesungen und Konzerte.

Der Schaffhauser Kpnstler Beat Toniolo Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Schaffhauser Künstler Beat Toniolo ist ein Querdenker und Tausendsassa. zvg (c) Nils Bröer

Der Schaffhauser Künstler und ehemalige Organisator der Rheinfall-Festivals Beat Toniolo wollte an der Internationalen Buchmesse eigentlich sein neues Kartenspiel «100 und eine Frage an die Schweiz» präsentieren. Sein Konzept, dies mit einer Rauminstallation in Form eines Schweizer Kreuzes aus Pet-Flaschen zu verbinden, sei bei den Verantwortlichen des Schweizer Gastauftritts aber auf Ablehnung gestossen.

Wer den Freigeist Toniolo kennt, weiss, dass er sich dadurch nicht abschrecken lässt. Er spricht gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Zensur und hat kurzerhand ein eigenes Kultur-Programm - gleichzeitig zur Buchmesse - auf die Beine gestellt. Und dieses kann sich sehen lassen. So präsentiert Toniolo in der ehemaligen Post am Augustusplatz Konzerte, Lesungen, Diskussionen und Filme unter dem Titel «Alles Schweiz - oder was?».

Ergänzung, nicht Konkurrenz

Namhafte Autoren wie Peter von Matt, Adolf Muschg, Pedro Lenz und Matthias Ackeret werden bei Toniolo zu Gast sein. «Es wird einfach eine etwas kritischere kulturelle Auseinandersetzung geben als an der offiziellen Buchmesse», sagt Toniolo, der die Veranstaltung aber nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung verstanden haben will.

Auch sein Schweizer Kreuz wird der 51-jährige Schaffhauser, der seit drei Jahren in Leipzig wohnt, ausstellen. Es wird allerdings nicht wie ursprünglich geplant aus Pet-Flaschen bestehen, sondern aus drei Tonnen geschreddertem Geld.