Übervolle Fussballplätze in der Stadt Zürich

Der Volkssport Nummer eins erlebt seit der Weltmeisterschaft in einzelnen Quartieren der Stadt Zürich einen zusätzlichen Boom. Einzelne Vereine müssen deshalb Junioren auf eine Warteliste setzen. Nun reagiert auch die Stadt Zürich.

Auf den Stadtzürcher Fussballplätzen jagen rund 5000 Junioren dem runden Leder nach. Und seit der Fussball-Weltmeisterschaft strömen gar noch mehr Kinder auf den grünen Rasen. So viele gar, dass verschiedene Clubs an die Grenzen ihrer Kapazität stossen.

Der Quartiersverein FC Wiedikon beispielsweise musste nach den Sommerferien zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Warteliste führen, weil nicht mehr alle Junioren aufgenommen werden konnten. Peter Spahni, der seit Jahren die Juniorenabteilung des FC Wiedikon führt, meint gegenüber Radio SRF: «Im ersten Training standen dreissig neue Junioren auf dem Platz.»

Wenn auch fünf Teams zu wenig sind

Vor allem bei den ganz Kleinen, den F-Junioren im Alter zwischen sechs und acht Jahren, erlebt König Fussball eine neue Blüte. Der FC Wiedikon hat zwar eine zusätzliche - und zwar die fünfte - F-Juniorenmannschaft gebildet, dennoch fanden nicht alle Interessierten einen Platz und stehen jetzt auf der Warteliste.

Eine solche führt der FC Unterstrass schon länger. Bis zu achtzig Namen stehen auf dieser Warteliste. Deshalb hat der Verein einen unbefristeten Aufnahmestopp für Junioren verhängt. Und hat die Stadt um Hilfe gebeten. Das Sportamt hat auch tatsächlich reagiert und bietet nach den Herbstferien zwei Nachmittagskurse auf der Sportanlage Steinkluppe in Zürich Unterstrass an.

Ralph König, Leiter der Abteilung Schulsport beim Sportamt der Stadt Zürich, sagte gegenüber SRF: «Grundsätzlich waren wir immer der Ansicht, dass wir genügend Fussballvereine haben in der Stadt. Und wir wollen mit unseren Angeboten keinen Club konkurrieren. Aber wenn wir sehen, dass wie jetzt in Unterstrass die Vereine überfordert sind, dann wirken wir gerne unterstützend.»

Regel des Verbands: Keine neuen Mannschaften

Der Stadtzürcher Fussballverband meint zwar, die Fälle Wiedikon und Unterstrass seien Ausnahmefälle. Besser sei es auf den Anlagen am Stadtrand, wie etwa auf dem Heerenschürli in Schwamendingen, der Allmend Brunau oder dem Juchhof in Altstetten.

«  Die grösseren Gemeinden ausserhalb der Stadt Zürich haben komfortablere Anlagen und können daher mehr Junioren aufnehmen. »

Marcel Cornioley
Präsident des Stadtzürcher Fussballverbands

Marcel Cornioley, Präsident des Stadtzürcher Fussballverbands, sagt, er erhalte aktuell wenige Meldungen über Wartelisten. Das Problem sei aber grundsätzlich schon seit Jahren bekannt. Daher hat der Verband schon vor Jahren reagiert, so Marcel Cornioley: «In der Stadt Zürich dürfen die Vereine keine zusätzlichen Mannschaften mehr für die Meisterschaft melden. Die Trainingsplätze sind komplett ausgelastet.» Nur in Ausnahmefällen kann man ein Gesuch stellen für die Aufnahme eines neuen Juniorenteams.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 06.32 Uhr)