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Zürich Schaffhausen Uni Zürich hält an der Kündigung von Professorin Ritzmann fest

Sie soll im «Fall Mörgeli» vertrauliche Informationen an einen Journalisten weitergeleitet haben. Deshalb hat die Universität Zürich der stellvertretenden Leiterin des Medizinhistorischen Instituts, Iris Ritzmann, gekündigt. Das war rechtlich okay, die Uni muss aber ihren Lohn weiterzahlen.

Legende: Video «Umstrittene Entlassung von Professorin ist definitiv» abspielen. Laufzeit 5:39 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.12.2013.

Die Universität Zürich (UZH) hält an der Entlassung von Titularprofessorin Iris Ritzmann fest, zahlt ihr aber den Lohn bis zum Ende der Kündigungsfrist. Damit folgt sie den Empfehlungen eines externen Gutachters. Als Folge aus dem Wirbel der Affäre Mörgeli geht die UZH aber auch bei internen Abläufen über die Bücher.

Ritzmann war bis vor einem Jahr Mitarbeiterin am Medizinhistorischen Institut. Ihr wird vorgeworfen, sie habe einem Journalisten vertrauliche Informationen zugespielt, die schliesslich die Affäre Mörgeli ins Rollen brachten. Schliesslich sprach die UZH Ende Oktober 2013 die Kündigung aus. Dies führte zu heftigem Widerstand weit über die Uni hinaus.

Die UZH-Leitung beauftragte daraufhin den ehemaligen Direktor des Bundesamtes für Justiz, Heinrich Koller, mit einem Gutachten. Er musste die Rechtmässigkeit der Kündigung prüfen. Koller kam zum Schluss, diese sei «vertretbar und faktisch begründet».

Kein Vertrauen mehr da

Ritzmann habe gegen die Dienst- und Treuepflichten gegenüber der UZH verstossen und ihre Schweigepflicht «in schwerwiegender Weise» verletzt. Als «eher unangemessen» stuft der Gutachter die Einstellung im Amt während der ganzen Verfahrensdauer ein. Allerdings könnten das «tiefe Zerwürfnis, die Verhältnisse am Institut und das öffentliche Interesse» Grund genug gewesen sein.

Ihre anfängliche Forderung, Ritzmann müsse ihr Gehalt für die Zeit seit ihrer Einstellung im Amt zurückzahlen, hat die UZH inzwischen zurückgenommen. Und auch auf die angekündigte Überprüfung der Lehrbefähigung Ritzmanns und die mögliche Aberkennung von deren akademischem Titel hat die UZH bereits von sich aus verzichtet.

All dies ist im Sinne des Gutachters. Er empfiehlt darüber hinaus die Lohnfortzahlung während der ganzen Kündigungsdauer, also bis Ende April 2014. Die UZH akzeptiere die Empfehlungen Kollers, sagte Otfried Jarren, der seit dem Rücktritt von Rektor Andreas Fischer vor einem Monat die UZH interimistisch leitet. Er bedaure persönlich sehr, dass eine einvernehmliche Lösung nicht zustande gekommen sei. Er habe sich darum bemüht, aber erfolglos.

Ritzmann: Keine Gesprächsmöglichkeit

Dieser Aussage widerspricht Iris Ritzmann entschieden. Ein Verhandlungsvorschlag habe das Thema Kündigung ausgeschlossen.

In der ganzen Zeit habe sie im Übrigen nie Gelegenheit erhalten, ihre Sicht der Dinge einzubringen. Vergeblich habe sie sich monatelang um ein Gespräch mit der Unileitung bemüht.

UZH zieht Lehren aus Vorfällen

Als Lehre aus den Vorfällen wird nun überprüft, ob die UZH-Personalverordnung und das Organisationsreglement der Universitätsleitung verbessert werden müsse, sagte Jarren. Konkret würden unter anderem die Kompetenzen bei Anstellungen und Entlassungen geklärt.

Man wolle aus Fehlern lernen, sagte Andrea Schenker-Wicki, Prorektorin Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die UZH lasse unter anderem eine interne Datenschutz-Policy erarbeiten.

Folgen für Medizinhistorisches Institut unklar

Das Medizinhistorische Institut der Universität Zürich (UZH) und das dazugehörige Museum stehen vor einer ungewissen Zukunft. Sie werden «neu positioniert», sagt UZH-Rektor Otfried Jarren. Wieder in seine Funktion zurück kommt Institutsleiter Flurin Condrau.

Im Auftrag der UZH-Leitung wird der Dekan der Vetsuisse-Fakultät, Felix Althaus, ein Entwicklungskonzept für sämtliche UZH-Museen erarbeiten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Auch ich bin der Meinung, dass Herr Condrau doch mal aus dem Versteck hervorkommen soll und für "sein Institut" gerade stehn soll. Welcher Chef kann es sich leisten, bei Problemen mit dem Personal einfach zu verduften? Eigenartig, dass diese Tatsache von den Medien noch nie hinterfragt wurde, insbesondere die Rundschau, die doch überall dabei sein will und so gut über den Intrigenfall an der UNI Zürich Bescheid weiss, soll doch mal Herrn Condrau auf den Stuhl im Studio setzen.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Leider muss ich wieder feststellen, dass das SRF klemmt, bei der Kommentar Freigabe, frage wieso dies? Es kann doch nicht sein. Bitte werter Moderator/in geben Sie auch kritische Kommentare frei. Wieso haben Sie Kommentarfreigabe, wenn Sie doch nicht gewisse Kommentare veröffentlichen? Es kann doch nicht sein, dass bis anhin nur 4Kommentare eingegangen sind oder?
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Die frage stellt sich nun, wieso überprüft man die Lernbefähigung von Fr. Ritzmann nicht, wie dies bei Hr. Mörgeli auch der Fall war? Wieso stellt man F. Condrau wieder ein, der bis heute untergetaucht ist und keine Stellung zur ganzen Affäre nahm? Ist solch ein Mann den überhaupt tragbar, für eine UNI? Dies ist für mich sehr fragwürdig und unglaubwürdig. Eine UNI, die eine Beispielhafte Funktion inne halten soll, gegenüber den Jungen Studierenden, darf sich nicht so aufspielen.
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