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Zürich Schaffhausen «Verhalten ist unvereinbar mit der Tätigkeit als Stadtpolizist»

Die Ermittlungen sind noch im Gang, doch Polizeikommandant Daniel Blumer hat nach dem Studium der Akten genug gesehen. Von den fünf Polizisten, die wegen der Korruptionsaffäre in Untersuchungshaft genommen wurden, werden zwei entlassen. Die drei anderen werden nicht mehr im Milieu arbeiten.

Legende: Video Zwei Polizisten entlassen abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.12.2013.

Die zwei Stadtpolizisten, die sich noch in Untersuchungshaft befinden, werden entlassen - unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens. Man müsse unterscheiden zwischen strafrechtlichen Fragen und der personalrechtlichen Einschätzung, erklärt Polizeikommandant Daniel Blumer gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Was ich gesehen habe, reicht, um sagen zu können: Das geht nicht mehr als Polizist.
Autor: Daniel BlumerPolizeikommandant

Ihr Verhalten sei unvereinbar gewesen mit der Tätigkeit als Polizist bei der Stadt Zürich. Er habe in Übereinkunft mit seinem Vorgesetzten Richard Wolff (AL), ohne Druck und aus Überzeugung so gehandelt, sagt Blumer weiter. «Solche Situationen muss man, wenn möglich, rasch klären. Das gibt Stabilität und Sicherheit für das Korps und die betroffenen Mitarbeiter.»

Von der Bar an den Schreibtisch

Auch die anderen drei Polizisten arbeiten in Zukunft nicht mehr im Milieu. Zwei wurden versetzt, einer wollte von sich aus den Job wechseln. «Ihr Verhalten zeigte eine solche Nähe zum Milieu, dass wir zu dieser Massnahme greifen mussten», sagt Blumer. Obwohl alle drei betroffenen Mitarbeiter Lohneinbussen hinnehmen müssen, will Blumer nicht von einer Degradierung sprechen.

Kleine Geschenke sollen erlaubt bleiben

Ermittelt wird auch noch gegen sechs weitere Mitarbeiter der Fachgruppe Milieu-/Sexualdelikte. Die Vorwürfe gegen sie wiegen aber weniger schwer: Sie haben sich von einem Milieu-Wirt ans Oktoberfest einladen lassen. Dies sei lediglich ein Verstoss gegen die Dienstvorschrift. Die Polizisten dürfen deshalb ihren Job behalten. «Es wäre realitätsfremd zu glauben, so etwas komme nicht vor.» Von Null-Toleranz will Blumer deshalb nichts wissen. Kleine Geschenke sollen auch in Zukunft erlaubt bleiben.

Die betroffenen Mitarbeiter werden jedoch zu einem Gespräch bei ihrem Vorgesetzten zitiert. Als weitere Massnahme will Polizeikommandant Daniel Blumer die gesamte Fachgruppe Milieu-/Sexualdelikte unter die Lupe nehmen. Die fehlenden Stellen werden wieder neu besetzt.

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