Tabu-Thema Überarbeitung Vom Startup ins Burnout

Der 38-jährige Lars Stein war ein erfolgreicher Startup-Unternehmer. Bis ihn ein Burnout stoppte und er von einem Tag auf den anderen sein Leben ändern musste. Nun will er mithelfen, dass das Thema Burnout in der Startup-Szene ernst genommen wird.

SRF: Was haben Sie aus Ihrem eigenen Fall gelernt?

Ich möchte nie wieder Dinge tun, bei denen alles an mir hängt. Ich versuche heute, die Verantwortung jeweils mit anderen zu teilen. Das andere Thema sind die Erwartungen. Man setzt sich selbst hohe Erwartungen, die anderen setzen noch mehr drauf und wenn es gut geht, gleich noch mehr. Die Spirale dreht sich so immer schneller. Das versuche ich heute abzuklemmen. Ganz allgemein gilt: Das Burnout kommt nicht vom vielen Arbeiten. Das viele Arbeiten ist das Symptom.

Ist man als Startup-Unternehmer besonders gefährdet, ein Burnout zu erleiden?

Lars Stein: Ja.Weil man sich nicht mit dem Erstbesten zufrieden gibt, sondern als Unternehmer häufig die «Extra-Meile» geht. Deshalb muss man aufpassen. Dazu kommen der Hype und die Erwartungen von aussen. Da muss man auch in der Szene aufpassen. Investoren müssen sich zum Beispiel fragen: «Was kann man erwarten, könnte ich auch leisten, was ich vom Unternehmer erwarte?». Wenn die Antwort «Nein» ist, besteht Gefahr. Man muss das Verhältnis zu den Erwartungen in der Szene klären, um die Gefahr eines Burnouts zu lindern.

Sind Burnouts denn ein Thema in der Szene?

Wenn ich von meinem Fall erzähle, kommen jeweils viele Leute, die mir erzählen, dass sie das auch erlebt hätten. Aber von sich aus spricht selten jemand darüber. Die ganze Szene ist sehr auf Chancen ausgerichtet. Die Risiken werden systematisch ausgeblendet.

Öffentlicher Anlass

Lars Stein spricht an einer öffentlichen Veranstaltung des Startup-Netzwerks «Impact Hub» in Zürich über seine Erfahrungen.

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