Von E-Bikes und Kartoffel-Taxis

Letztes Jahr haben Forschende der ETH Zürich 22 neue Spin-Off-Firmen gegründet. Sie sind innovativ und haben hohe Überlebenschancen.

Hauptgebäude der ETH Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus der ETH entstehen jedes Jahr gut 20 neue Firmen. Keystone

Wenn ehemalige Studentinnen und Studenten der ETH Zürich eine Firma gründen, die auf einer ETH-Technologie basiert, spricht man von einer Spin-Off-Firma. Jedes Jahr entstehen rund 20 solche Firmen - letztes Jahr waren es 22, wie die ETH mitteilt. Die Jungunternehmer finanzieren die Firmengründung aus der eigenen Tasche oder mit Geld ihrer Familie. Erst in einem zweiten Schritt kommen Investoren, sogenannte «Business Angels» hinzu.

Pendeln mit Kartoffeln

«Sehr viele der 2012 gegründeten Spin-Offs bieten Lösungen für technisch hochanspruchsvolle Probleme», sagt Silvio Bonaccio von der ETH. So stellt ein Unternehmen Nanostrukturen her, ein anderes bietet Konzepte für einen E-Bike-Verleihservice per Smartphone an.

Speziell ist der ETH-Spin-Off «Kartoffeltaxi», laut Eigendefinition «die erste klimaneutrale Lieferkette für Bioprodukte». Über die Website kartoffeltaxi.ch können die Kundinnen und Kunden exklusive Bio-Bergkartoffeln bestellen. Die Kartoffeltaxi-Macher suchen dann eine Pendlerin oder einen Pendler, der die Kartoffeln in die Stadt fährt und bei den Kunden vorbeibringt. So verursacht die Kartoffellieferung keinen zusätzlichen Verkehr.

Hohe Überlebenschancen

Gemäss der ETH wurden letztes Jahr mehr als zehn Millionen Franken in die Spin-Offs investiert. Ausserdem erhielten viele der Firmen Gelder aus Förderpreisen. Sechs Unternehmen schafften es unter die besten Zehn des Rankings «Top 100 Swiss Start-Ups», das vom Institut für Jungunternehmen und der Handelszeitung herausgegeben wird.

Gemäss Silvio Bonaccio können sich die Spin-Offs trotz Wirtschaftskrise im Markt gut behaupten. «80 bis 90 Prozent der Firmen sind auch fünf Jahre nach ihrer Gründung immer noch da.»