Markus Knauss: «Die Enttäuschung ist sehr gross»

Die Grünen haben in der Stadt Zürich ihren zweiten Sitz im Stadtrat verloren. Kandidat Markus Knauss landete auf dem 10. Platz. Parteikollege Daniel Leupi freut sich hingegen über sein gutes Resultat, gleich wie die FDP. Auch die SVP zeigt sich zufrieden, obwohl ihre Kandidaten nicht gewählt wurden.

Ein Mann mit grünem Schal, lachend. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lacht trotz Niederlage: Markus Knauss, Kandidat der Grünen. SRF

Die Entscheidung in der Stadt Zürich ist gefallen: Alle sieben Bisherigen haben ihre Wiederwahl in den Zürcher Stadtrat geschafft. Die zwei freien Sitze haben Raphael Golta (SP) und Filippo Leutenegger (FDP) erobert.

Markus Knauss (GP), der grosse Verlierer

Eine Niederlage für den grünen Kandidaten Markus Knauss. Er war angetreten, um den Sitz der abtretenden Ruth Genner zu verteidigen. «Die Enttäuschung ist sehr gross, weil ich wusste, dass man in der Stadt Zürich gute rot-grüne Politik machen kann.» Knauss hofft nun, dass es bei den Veloprojekten keine Abstriche gibt.

Freud und Leid von Daniel Leupi (GP)

Finanzvorsteher Daniel Leupi hingegen freut sich über sein Resultat. Er schaffte es auf den vierten Platz. «Ich freue mich sehr über mein persönliches Ergebnis.» Das sei besonders als ehemaliger Polizeivorsteher nicht selbstverständlich. «Da kann mans ja niemandem Recht machen.»

Dass im Stadtrat kein Parteikollege mehr sitzt, bezeichnet Leupi als «sehr unerfreulich». Der Stadtrat müsse sich nun als Team «neu zusammenraufen».

Corine Mauch (SP) sagt Dankeschön

Stadtpräsidentin Corine Mauch bedankt sich bei der Stimmbevölkerung «für das Vertrauen, das sie mir ausgesprochen hat.» Für sie spiele es keine grosse Rolle, ob zwei oder drei Bürgerliche im Stadtrat sitzen. «Die Persönlichkeiten zählen», sagt sie. Wichtig sei, dass sich alle engagierten, dass man Meinungsverschiedenheiten intern diskutiere und dann gegen aussen geschlossen vertrete.

Raphael Golta (SP) verspricht Offenheit

SP-Kandidaten werden in der Stadt Zürich jeweils ohne Probleme gewählt. Trotzdem spricht Raphael Golta, der neue SP-Stadtrat, von einer «gewissen Erlösung». Dass er nie im Zürcher Stadtparlament sass, sieht er nicht als Nachteil. Er wolle seine neue Aufgabe nun mit viel Offenheit angehen.

Bei Filippo Leutenegger überwiegt die Freude

Filippo Leutenegger Freude über seine Wahl ist grösser als das Bedauern darüber, dass er das Stadtpräsidium verpasst hat. Es sei wichtig gewesen, dass man beim Präsidium eine Alternative angeboten habe. Sein Fazit deshalb: «Ich bin sehr zufrieden. Und es freut mich, dass meine Partei im Parlament so stark zulegen konnte.»

Richard Wolff zitterte

Er habe vor allem in den letzten Tagen Angst davor gehabt, abgewählt zu werden, sagte der wiedergewählte Polizeivorsteher Richard Wolff (AL). Deshalb sei er zufrieden mit seinem siebten Platz: «Ich glaube, ich habe in meinem ersten Jahr als Stadtrat gezeigt, dass ich das Amt ohne Probleme führen kann und dass mir die Leute vertrauen.»

Gerold Lauber: Vom bürgerlichen Ticket profitiert

Als Wackelkandidat galt auch CVP-Stadtrat Gerold Lauber, der schlussendlich auf Platz 4 wiedergewählt wurde. Es habe sich gelohnt, den Wahkampf mit den anderen Bürgerlichen zu bestreiten: «Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich auf diesem Ticket erhalten habe.» Der Schul- und Sportvorsteher betont im Interview, er wolle in «seinem» Departement bleiben.

Spitzenplatz für Andres Türler

Das beste Ergebnisse aller Gewählten erzielte Andres Türler von der FDP, der dienstälteste Stadtrat. Dieser Spitzenplatz spiele für ihn aber keine grosse Rolle: «Wir haben einen runden Tisch im Stadtrat, und an diesem sitzen neun Personen. Und ich bin einfach erleichtert, dass ich dazu gehöre.»

SVP-Kandidaten: «Das bedeutet Steuererhöhungen»

Die SVP hatte einmal mehr kein Glück bei der Stadtratswahl. Die beiden Kandidaten Roland Scheck und Nina Fehr Dusel hatten keine Chancen auf eine Wahl in den Stadtrat. «Damit hat sich die Zürcher Bevölkerung auch explizit für Steuererhöhungen ausgesprochen», sagte Roland Scheck dazu.

Nina Fehr Düsel war trotz Nichtwahl zufrieden mit ihrem persönlichen Ergebnis: «Das bestärkt mich zum Weitermachen.» Nun werde sie sich im Gemeinderat für die bürgerliche Politik einsetzen.

Samuel Dubno: «Konnte mobilisieren»

Der Grünliberale Kandidat schaffte die Wahl ebenfalls nicht. Er zeigte sich aber zufrieden mit seinem Wahlkampf: «Ich konnte deutlich über meine Parteigrenzen hinaus Wähler mobilisieren.» Wie Nina Fehr will er nun im Gemeinderat Gas geben.

FDP und SVP zufrieden

FDP-Präsident Michael Baumer sprach in der Diskussionsrunde des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen» von einem guten Tag: «Ich bin hocherfreut», sagt er. Sein Kandidat Filippo Leutenegger dürfte den Sprung in den Stadtrat schaffen, bei den Gemeinderatswahlen hat die FDP zugelegt. Auch SVP-Präsident Roger Liebi ist zufrieden, obwohl seine beiden Kandidaten keine Chance hatten. «Filippo Leutenegger hat es mit unseren Stimmen geschafft.»