Walter Vogelsanger - SP: Der Physiker rechnet sich Chancen aus

Als Regierungsrat möchte sich Walter Vogelsanger für eine gute Gesundheitsversorgung und einen bürgernahen Service Public einsetzen. Die Sparpakete der Vergangenheit sieht der Physiklehrer mit SP-Parteibuch kritisch. Jetzt solle wieder investiert werden.

  • Alter: 53 Jahre
  • Politisches Amt: Kantonsratspräsident
  • Partei: SP
  • Politisch aktiv seit: 2006
  • Erlernter Beruf: Physiker (ETH)
  • Wohnort: Beggingen
  • Zivilstand: verheiratet, 4 Kinder

Als Bauernsohn im ländlichen Beggingen aufgewachsen hat Walter Vogelsanger nach längeren Aufenthalten in Zürich und Paris in der SP seine politische Heimat gefunden. Vor zehn Jahren wurde er erstmals in den Kantonsrat gewählt. Dieses Jahr präsidiert er den Rat und amtet damit als formell «höchster Schaffhauser».

Für den Regierungsrat kandidiert der 53-Jährige, weil er sich unter anderem für Chancengleichheit, einen bürgernahen Service Public und eine gute medizinische Grundversorgung einsetzen möchte. Das Kantonsspital Schaffhausen soll sich weiterentwickeln dürfen. So unterstützte Vogelsanger anfangs Jahr etwa die Übertragung der Liegenschaften vom Kanton in den Besitz des Spitals selber.

Nicht in Frage kommt für ihn jedoch die Umwandlung der öffentlichen Institution in eine Spital-AG: «Die Gefahr einer Aktiengesellschaft wäre, dass das Spital nur noch auf Gewinnoptimierung aus wäre, und der Nutzen für die Bevölkerung kleiner würde.» Im Gesundheitswesen wie überall sonst in der Politik müsse das Wohl der Bürger im Vordergrund stehen, findet der SP-Kandidat.

Ein Physiker mit Flair für die Finanzen

Walter Vogelsanger würde im Regierungsrat ausserdem einen Schwerpunkt bei den Finanzen setzen. In der Vergangenheit sei zu viel gespart worden, findet er. «Es wurde übertrieben. Viele Prognosen waren zu pessimistisch.» Dies zeige etwa die letzte Rechnung, welche viel besser abgeschnitten habe als befürchtet.

Als Kantonsschullehrer liegt ihm auch die Bildungspolitik am Herzen. Hier möchte Vogelsanger unter anderem die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) stärker fördern. Als studierter Physiker liege dies auf der Hand.

Dass Physiker generell auch gute Politiker sein könnten, demonstriere Angela Merkel in Deutschland immer wieder, sagt Vogelsanger. «Physiker haben den Glauben an das Machbare, erkennen Zusammenhänge rasch und können danach handeln.» Genau diese Eigenschaften wolle er im Schaffhauser Regierungsrat einbringen.