Warteliste für Zürcher Sozialhilfe-Inspektoren

Dank der Inspektoren haben die Missbrauchsfälle bei der Stadtzürcher Sozialhilfe stark abgenommen. Nun wollen über 40 Gemeinden sie ausleihen. Derweil stieg die Sozialhilfequote in der Stadt leicht an. Ohne neues Gesetz wären die Zahlen aber gesunken.

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Bildlegende: Seit 2007 spüren Sozialhilfe-Inspektoren Missbräuche auf. Colourbox

5,1 Prozent aller Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher haben im Jahr 2012 Sozialhilfe bezogen. Die Sozialhilfequote stieg damit leicht an. Grund für den Anstieg ist das neue Sozialhilfegesetz: Denn seit 2012 erhalten auch vorläufig aufgenommene Asylbewerber Sozialhilfe. Zuvor hatten sie Unterstützung von der Asylfürsorge erhalten.

Ohne diese Änderung wären die Quote und auch die Fallzahlen gesunken, wie Stadtrat Martin Waser (SP) an einer Medienkonferenz mitteilte. Keine Zunahme gab es bei den EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die Sozialhilfe beziehen. Hier sei die Quote seit 2008 von 3,0 auf 2,6 Prozent gesunken.

Sozial-Inspektoren als Export-Schlager

Eine Erfolgsgeschichte sind in der Stadt Zürich die Sozialhilfe-Inspektoren. Seit 2007 gibt es sie, der Missbrauch bei der Sozialhilfe ging stark zurück. Während die damals vier Angestellten zu Beginn noch 140 Dossiers bearbeiten mussten, waren es letztes Jahr neun Angestellte mit 84 Fällen. Das hat sich herumgesprochen: Denn immer mehr Gemeinden möchten die Sozialhilfe-Inspektoren von Zürich ausleihen. Mit 20 Gemeinden arbeitet die Stadt bereits zusammen, mindestens ebenso viele stehen auf der Warteliste für eine Zusammenarbeit.

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