Was bringt der Zürcher Fluglärmindex?

Trotz weniger Flugbewegungen ist die Zahl der fluglärmgeplagten Menschen um den Flughafen Zürich auch 2012 gestiegen. Gemäss Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) beträgt sie neu knapp 58'800 Personen. Die Parteien kritisieren, dass der ZFI bis jetzt noch keine Massnahmen brachte.

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Bildlegende: Eine Swiss-Maschine im Landeanflug über Kloten. Keystone

Für Regierungsrat Ernst Stocker ist diese Entwicklung «sehr unbefriedigend». Er erwarte nun, dass sich die Situation innerhalb der nächsten fünf Jahre verbessere oder mindestens stabilisiere.

Neue Flugzeuge sollen Verbesserung bringen

Stocker hofft insbesondere auf die Swiss, die ab 2015 ihre Kurzstreckenflotte mit deutlich leiseren Flugzeugen ersetzt. Aber auch Lärmsanierungen in den betroffenen Gebäuden sollen mithelfen, dass sich die Situation verbessert.

Den Fluglärmorganisationen und Parteien reicht dies nicht. Sie fordern verschiedene «griffige Massnahmen». Insbesondere soll die Zahl der Flugbewegungen ab 22 Uhr deutlich reduziert werden. Zudem soll die Nachtflugsperre konsequenter eingehalten werden.

«ZFI löst keine Massnahmen aus»

Kritik wird auch am Zürcher Fluglärm-Index laut. «Er ist ein gutes Instrument, um den Fluglärm zu messen. Jedoch löst er keine Massnahmen aus», sagt etwa Priska Seiler Graf, SP-Kantonsrätin und Präsidentin des Dachverbands Fluglärmschutz. Auch die CVP fragt sich, ob der ZFI so noch Sinn mache. Die SVP will gemäss Fraktionspräsident Jürg Trachsel am Index festhalten: «Er ist ja insofern noch interessant, als er nicht nur die Fluglärmbelastung misst, sondern zusehends auch ein Zürcher Zuwanderungs-Index geworden ist.»

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