Wenn Kinder ihre Eltern schlagen

Beim Elternnotruf in Zürich haben sich im letzten Jahr über 200 Väter und Mütter gemeldet, die von ihren Kindern drangsaliert werden. Die Beratungsstelle hat nun reagiert und ein Pilotprojekt gestartet.

Mädchen und Vater am Telefon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eskaliert die Situation zuhause, kann der Elternnotruf helfen. Colourbox

Die Zahlen des Elternnotrufs überraschen und verstören: Schätzungsweise in jeder zehnten Familie im Kanton Zürich greifen Kinder oder Jugendliche ihre Eltern körperlich an, begehen Sachbeschädigungen oder bedrohen ihre Mutter und ihren Vater.

Darum hat die Zürcher Beratungsstelle für Eltern in Not nun ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Es heisst «Dranbleiben!» und soll Eltern helfen, mit ihrem gewalttätigen Kind besser umzugehen.

Geschäftsführer Peter Sumpf sagt: «Es ist ein schwieriges und schambesetztes Thema, über das man als Eltern nicht gerne spricht.» Umso wichtiger sei es, dass sich die betroffenen Väter und Mütter Hilfe suchen.

Die Fachleute des Elternnotrufs beraten unkompliziert, persönlich und geben Tipps. Ganz wichtig: Eltern sollten auch mit schwierigen Kindern stets liebevoll umgehen, aber immer möglichst konsequent sein. «Das ist im Prinzip eine banale Erkenntnis», sagt Peter Sumpf. «Aber sie hilft.»