Wenn Tanzen im Kopf stattfindet

Zum ersten Mal bietet das Zürcher Opernhaus eine sechsteilige Choreografie-Werkstatt für jugendliche Laien an. 16- bis 26-jährige erfahren, was es alles braucht, bis aus Schritten, Bewegungen, Sprüngen und Pirouetten eine Choreografie entsteht.

Jugendliche Teilnehmer einer Choreographiewerkstatt im Zürcher Opernhaus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Chaos hat System: Einzelne Bewegungen greifen ineinander wie ein Räderwerk, alle müssen wissen, wo ihr Platz ist. SRF

Zurzeit probt das Zürcher Ballett für den neuen Ballettabend «Notations». Zum ersten Mal dürfen nun auch Laien hinter die Kulissen sehen und miterleben, wie eine Choreografie entsteht. Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigen sich an sechs Abenden mit den verschiedenen Stilen und Arbeitsweisen der Choreografen des Stücks, Wayne McGregor, Marco Goecke und Christian Spuck.

Was eine Choreografie überhaupt ist, erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich am ersten Abend von Bettina Holzhausen, Tänzerin, Choreografin und Ballettpädagogin im Zürcher Opernhaus: «Choreografie ist Organisation von Bewegung in Zeit und Raum.»

Vom Kopf in die Beine

Schnell wird klar: Tanzen findet nicht zuerst in den Beinen, sondern im Kopf statt. Bewegungen und ihre Abläufe müssen zuerst ausgedacht und festgelegt werden. Danach werden die Bewegungen ausprobiert, sie verändern sich, je nach Tempo oder Standort im Raum. Eine anstrengende und spannende Erfahrung für die Jungchoreografinnen und -choreografen.

An den verbleibenden fünf Abenden lernen die Teilnehmer verschiedene Tanzstile und den Ballettchef Christian Spuck selbst kennen. Auch dies, ein Novum in der Geschichte des Opernhauses, dass sich immer mehr der Öffentlichkeit zuwendet.

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