Winterthur zieht die Schuldenbremse

Eigenkapital aufbauen, Verschuldung abbauen: Die Einführung einer Schuldenbremse soll der Stadt Winterthur aus der Verschuldung helfen. Das «Winterthurer Modell» ist dabei strenger als andere Schuldenbremsen.

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Bildlegende: Winterthur auferlegt sich eine vergleichsweise rigorose Schuldenbremse. Keystone

Winterthur hat bekanntlich Geldsorgen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei rund 6800 Franken. Bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von über 5000 Franken geht das Gemeindeamt des Kantons Zürich von einer «sehr hohen» Verschuldung aus.

20 Prozent aus eigener Kraft

Deshalb zieht Winterthur die Schuldenbremse. Das Verwaltungsvermögen soll zu mindestens 20 Prozent durch freies Eigenkapital gedeckt sein. Wird dieses Ziel nicht erreicht, darf der Stadtrat kein Defizit budgetieren und müssen die Investitionen zu 105 Prozent finanziert werden. Ersteres verhindert den Abbau von Eigenkapital, zweiteres bewirkt eine Schuldenreduktion.

Strengere Bremse als in anderen Städten

Das «Winterthurer Modell» unterscheidet sich von den gängigen Schuldenbremsen. Diese schützen lediglich das Eigenkapital und verpflichten weder zum Kapitalaufbau noch zur Schuldenreduktion. Der Grosse Gemeinderat muss die Vorlage nun verabschieden. Nächstes Jahr wird das Volk darüber entscheiden, auf 2018 ist die Einführung geplant. Ihre Wirkung hätte die Schuldenbremse dann erstmals mit dem städtischen Budget 2019.