Mehr Geld fürs Albanifest Winterthurer Altstadt-Fest wird zum subventionierten Kulturgut

Ein Jahrmarkt mit Ständen und einem leuchtenden Riesenrad, überall hat es Menschen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 1971 geniessen die Winterthurerinnen und Winterthurer das Altstadt-Fest. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2010. Keystone

Der Winterthurer Stadtrat möchte mit dem Albanifest-Komitee eine Leistungsvereinbarung abschliessen. Der Anlass würde künftig wie ein subventionierter Kulturbetrieb behandelt. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Stadt Bedingungen stellt.

Die Eckwerte der geplanten Leistungsvereinbarung:

  • Die Stadt zahlt jährlich 475'000 Franken an den Anlass.
  • Bisher unterstützte die Stadt das Albanifest mit 425'000 Franken – in indirekter Form: Gebühren wurden erlassen oder Kosten für Leistungen nicht eingefordert.
  • Neu erhält das Fest einen Betriebsbeitrag von 50'000 Franken.
  • Dafür muss das Festkomitee künftig für die Leistungen der Stadt bezahlen.
  • Ziel der neuen Abmachung: Das Albanifest soll professionalisiert werden.

Die Unterstützung der Stadt ermögliche es, die Standgebühren für die Vereine tief zu halten, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung vom Dienstag.

Günstiger soll das Albanifest vor allem für jene werden, die einen Beitrag von öffentlichem Interesse leisten. Also für Vereine, die Jugendförderung betreiben, Hilfsprojekte umsetzen oder sich sozial und kulturell engagieren. Für die übrigen Teilnehmer, die mit ihrem Stand vor allem Geld einnehmen wollen, sollen die Kosten dagegen höher ausfallen.

Gewinn fliesst zurück an die Stadt

Der Stadtrat erhofft sich von dieser Leistungsvereinbarung nicht zuletzt, dass das Komitee seine Organisation professionalisiert und seine finanzielle Situation verbessert. Damit dies gelingt, schreibt die Stadt dem Komitee vor, dass Gewinne künftig gespart werden sollen, um auch allfällige Verluste zu decken. Hat das Komitee 250'000 Franken beisammen, muss es der Stadt die Hälfte des Jahresgewinns abliefern.

Die Geschichte des Albanifest

Der Name
Er geht zurück auf Sankt Alban, einer der drei Winterthurer Stadtheiligen. Zu sehen ist der heilige Alban in der Stadtkirche auf einem mittelalterlichen Deckengemälde.
Die Menge
Jahr für Jahr strömen etwa 100'000 Besucherinnen und Besucher ans Albanifest. Den Anlass gibt es seit dem Jahr 1971.
Die Grösse
Der Anlass erstreckt sich beinahe über die gesamte historische Altstadt. Die Organisatoren nennen es selber «das grösste jährlich stattfindende Altstadtfest Europas».

Die neue Leistungsvereinbarung soll die veraltete Festordnung von 1998 ersetzen und mindestens fünf Jahre lang gültig sein. Als nächstes muss das Stadtparlament darüber entscheiden.

Sollte sich der neue Vertrag mit dem Festkomitee bewähren, könnte diese Form auch in anderen Fällen angewendet werden. Wie der Winterthurer Stadtrat in seiner Mitteilung schreibt, könnte dieser Vertrag zur Grundlage werden für Vereinbarungen mit anderen privaten Anlässen, etwa den Dorfeten oder der Fasnacht.