Winterthurs «geistige Suppenanstalt» wird 100 Jahre alt

1916, mitten während des Ersten Welkriegs, wurde das Kunstmuseum Winterthur eröffnet. Seine Sammlung ist weit über Winterthur hinaus bekannt und wurde bis heute stets erweitert. Grund genug für Museumsdirektor Dieter Schwarz, das Jubiläum gebührend zu feiern.

Das grosse Museumsgebäude mit seinen markanten Säulen «hat für eine Kleinstadt von damals etwa 20'000 Einwohnern etwas übertrieben ausgesehen», sagt Dieter Schwarz während eines Rundgangs durch sein Haus.

Tatsächlich war die Eröffnung 1916 für Winterthur etwas Besonderes. Rund um die Schweiz tobte der Erste Weltkrieg und in Winterthur wurde dank privaten Geldern ein grosszügiges Museum gebaut.

Während der Eröffnungsfeier bezeichnete ein Redner das Museum als «geistige Suppenanstalt». Dies deshalb, weil die reichen Winterthurer Industriellenfamilien ihre teuren Kunstsammlung der breiten Bevölkerung zugänglich machen wollten.

Erweiterungsbau von Gigon und Guyer

Auch wenn es teilweise schwierige Zeiten gab für das Museum, konnte es doch kontinuierlich seine Sammlung erweitern. Neben Klassikern kamen ab den Sechzigerjahren auch Werke der Moderne hinzu.1995 wurde schliesslich der Erweiterungsbau der Architekten Annette Gigon und Mike Guyer eröffnet. Darin werden die neuen Teile der Sammlung und die Wechselausstellungen gezeigt.

«Haben Grund zum Feiern»

Für 2016 hat das Museum verschiedene Ausstellungen zum Jubiläum geplant. Zum Feiern gäbe es allen Grund, findet Dieter Schwarz: «Wir haben eine erfolgreiche Geschichte und konnten uns immer weiterentwickeln. Das ist eine grosse Freude.»

kueh, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr