«Wir werden jetzt eine Lösung suchen»

Die neue Zürcher Bau- und Zonenordnung ist heftig umstritten. Beim Hochbaudepartement der Stadt Zürich gingen 500 Einwendungen ein. Einer der Hauptkritikpunkte: Das faktische Verschwinden des sogenannten «Zürcher Untergeschosses». Nun will Hochbauvorstand André Odermatt nochmals über die Bücher.

Zahlreiche Baukräne ragen in den Himmel um den Hauptbahnhof in Zürich (April 2011) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wo darf in Zürich wie gebaut werden? Die neue Bau- und Zonenordnung gibt Antworten, sie ist aber weiterhin umstritten. Keystone

Die Einwendungen, betonte Hochbauvorstand André Odermatt, seien keine Rekurse, sondern «Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern». Und diese «Beiträge» lasse er nun «sorgfältig prüfen».

Zum Beispiel sollen für den umstrittenen Punkt des Zürcher Untergeschosses alternative Vorschläge erarbeitet werden. Bei dieser speziellen Zürcher Regelung galten als Untergeschosse (nach der BZO von 1999) Geschosse, die mindestens 10 Zentimeter in den Boden hineinragen. Sie wurden gar nicht oder nur teilweise der Ausnützungsziffer angerechnet.

Diese Spezialität wurde mit der neuen BZO faktisch abgeschafft, was für einen Sturm der Entrüstung sorgte. «Wir werden jetzt Lösungen suchen», versprach André Odermatt im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». An der Regelung wolle man aber grundsätzlich festhalten. Eine Lösung könnte zum Beispiel so aussehen, dass das Untergeschoss komplett unter den Boden verlegt wird, dafür darf ein Stock höher gebaut werden.

Kanton legt Finger auf wunde Punkte

Weitere Kritikpunkte waren die neue Wohnzone W3b, die nur noch viergeschossige, anstatt siebengeschossige Bauten erlaubt. Diese Zonen müsse die Stadt noch einmal überprüfen, stellte der Kanton fest. Auch die Bestimmung, wonach Hauseigentümer höher oder grösser bauen dürfen, wenn sie im Gegenzug preisgünstige Wohnungen realisieren wurden vom Kanton kritisiert. Die Kritik liess Odermatt weitgehend ungerührt, in einem solchen Prozess gehöre dies nun mal dazu. «Das kann man auch in vielen anderen Gemeinden beobachten, eine BZO sorgt immer wieder für intensive Diskussionen».

Lob und Kritik von den Gegnern

Während sich der Hauseigentümerverband versöhnlich zeigt und die FDP von einem «positiven Signal» spricht, zeigen sich AL und GLP weiterhin kritisch. «Wenn die BZO so kommt, haben wir weniger Platz, die Mieten steigen und sie trägt zur Zersiedelung bei», sagte zum Beispiel GLP-Fraktionschef Gian von Planta. Er könne sich nicht vorstellen, dazu Ja zu sagen.

Bis im Herbst 2014 möchte Stadtrat André Odermatt nun eine überarbeitete Version der BZO-Vorlage an den Gemeinderat überweisen. Es müsse rasch klar werden, wie in Zukunft in Zürich gebaut werden könne. Zu den Chancen der Vorlage im Gemeinderat wollte sich Odermatt nicht äussern.