«Wir wollen so viele Leben wie möglich retten»

Wie viele Suizide mit dem neuen Präventionsprogramm im Kanton Zürich gerettet werden, kann Sibylle Brunner nicht sagen. Doch die Präventionsspezialistin, die für die Umsetzung zuständig ist, bleibt zuversichtlich. Sie ist überzeugt, dass das Programm etwas bewirken kann.

Besonders viel erhofft sich Brunner von einer Massnahme: Der Kanton will Gebäude, Brücken und Bahnabschnitte registrieren, an denen es besonders viele Suizide gibt. «Diese sollen dann mit baulichen Massnahmen so abgeändert werden, dass das nicht mehr möglich ist», erklärte Brunner als Regionaljournal-Wochengast.

Wie viele Suizide im Kanton Zürich mit den neuen Massnahmen verhindert werden können, könne sich nicht sagen. «Wir wollen jedoch so viele Leben wie möglich retten.» Untersuchungen aus dem Ausland würden auch belegen, dass solche Präventionsmassnahmen einen Nutzen haben.

180 Suizide jedes Jahr

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat es sich zum Ziel gesetzt, die Selbstmordrate zu senken. Dafür investiert die Regierung in den kommenden Jahren rund drei Millionen Franken in die Suizidprävention. Diese Kampagne leitet Sybille Brunner, die Beauftragte des Kantons für Prävention und Gesundheitsförderung.

Helfen als roter Faden in ihrer Biografie

Sibylle Brunner studierte Psychologie, Soziologie und Geschichte an der Universität Zürich. Bevor sie dieses Jahr die Stelle beim Kanton Zürich als Leiterin für Prävention und Gesundheitsförderung antrat, war sie Geschäftsführerin der «Femmes-Tische». Bei diesem Projekt der Stadt Zürich treffen sich Mütter mit Migrationshintergrund, um sich über Suchtprävention und gesundheitsfördernde Erziehung auszutauschen.

Davor engagierte sie sich in Drogenpräventsionsstellen, dem Elternnotruf Zürich und in verschiedenen Frauenhäusern.

sted; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr