Wo Tina Turner ihr Raclette-Öfeli kaufte

«Ganz Ohr im 4i-Tram» heisst ein Audioguide, der Passagiere vom Tiefenbrunnen nach Altstetten begleitet. Gemacht haben ihn Zürich Primarschülerinnen und -schüler. Sie leisten damit einen künstlerischen Beitrag zur Zürcher Manifesta.

Sechs Kinder auf der Treppe vor dem Zürcher Opernhaus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zu jeder Tramstation eine Postkarte: Die jungen Macherinnen und Macher vor dem Opernhaus. ZVG, NELLY RODRIGUEZ

«D Verchäuferi heisst Gabi und isch dreiefüfzgi.» Dies etwa erfährt der Passagier im Vierer-Tram, wenn er an der Parfümerie Wyss beim Zürcher Bellevue vorbeifährt. Eine andere Kinderstimme verrät ihm wenig später, dass Tina Turner bei Fust an der Seefeldstrasse einst einen Racletteofen erworben hat.

Die Idee zum Audio-Guide stammt vom Zürcher Künstlerinnen-Duo Pixibar, Annette Carle und Karin Heberlein. Aus insgesamt 340 Eingaben wählte eine Jury «Ganz Ohr im 4i-Tram» als eines von 38 Manifesta Parallel Events aus. Den Inhalt des Audio-Guides realisierten die beiden Künstlerinnen mit Kindern der 5.und 6. Primarklassen im Schulhaus Limmat und Seefeld. Die Schüler und Schülerinnen wählten die Inhalte selber aus, machten Recherchen und Interviews und sprachen selbst die Audiotexte.

Alles aus der Kinderperspektive

Annette Carle und Karin Heberlein liessen den jungen Macherinnen und Machern dabei freie Hand. «Wir hätten wohl nicht gerade Fust ausgesucht», sagen die Künstlerinnen. «Aber wir wollten keine Erwachsenen-Geheimtipps einbringen, sondern die Perspektive der Kinder.»

In den Fahrzeugen der Linie 4 findet man den Audio-Guide nirgends. Reklamehänger weisen darauf hin. Wer ihn hören möchte, muss den Audio-Guide aus dem Internet herunterladen und die Fahrt mit dem eigenen Smartphone antreten. Für die Realisierung ihres Projekts erhielt Pixibar von der Manifesta 5000 Franken.