Zuckerrüben-Schmuggel: «In der Regel keine Absicht»

Über 1200 Tonnen Landwirtschafts-Güter haben Schaffhauser Bauern im letzten Jahr über die Grenze geschmuggelt, sagen die Zöllner. Die Bauern wehren sich gegen das Schmuggler-Image und wollen mit dem Zollinspektorat das Gespräch suchen.

Ein Berg von Zuckerrüben, dahinter ein Traktor mit Scheinwerfern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln: Die Zöllner erwischen immer wieder Landwirte, welche diese Ware nicht sauber deklarieren. Keystone

Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gras: Die Menge der illegal eingeführten Ware bewege sich etwa im Rahmen des Vorjahres, meldet das Schaffhauser Zollinspektorat. 1200 Tonnen – das ist eine beachtliche Menge.

Der grösste Teil davon sei aber nicht mit Absicht illegal eingeführt worden, ist der Präsident des Schaffhauser Bauernverbandes, Kurt Wyss, überzeugt: «Durch die komplexe Situation am Zoll kann es einfach passieren, dass in der Erntehektik mal etwas vergessen geht. Und schon wird einer zu den Schmugglern gezählt», sagt Wyss gegenüber Radio SRF.

Kompliziertes Einfuhrprozedere

Der Verbandschef streitet es nicht ab, dass es «einzelne schwarze Schafe» gebe. Die meisten Landwirte würden sich aber um eine saubere Einfuhr bemühen. Vor allem bei jenen rund 200 Bauern, die Land auf deutschem Grund gepachtet hätten, sei das Einfuhrprodezere sehr kompliziert. Die Bauern wollen nun mit den Zöllnern reden. Ihr Ziel: Weniger Bürokratie an der Grenze.