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Ursina Zindel kämpft weiter für die Löhne der Kindergärtnerinnen
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Zürcher Kindergärtnerinnen «Dieser Entscheid tut weh»

Zürcher Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sollen künftig den gleichen Lohn erhalten wie Lehrpersonen auf der unteren Primarschulstufe. Das will die Zürcher Kantonsregierung. Von der Änderung sollen allerdings nur neu ausgebildete Lehrkräfte profitieren, was beim Verband Kindergarten Zürich für Kritik sorgt. Die höchste Zürcher Kindergärtnerin Ursina Zindel will, dass alle Kindergärtnerinnen gleich behandelt werden.

Ursina Zindel

Ursina Zindel

Präsidentin Verband Zürcher Kindergarten

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Ursina Zindel ist seit einem Jahr Präsidentin des Verbands Kindergarten Zürich. Seither setzt sie sich dafür ein, dass die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner mehr Lohn erhalten und gleichbehandelt werden wie Primarlehrerinnen und Primarlehrer. Ursina Zindel ist 40 Jahre alt und arbeitet als Kindergärtnerin in Küsnacht.

SRF: Die Zürcher Kindergärtnerinnen haben jahrelang für mehr Lohn gekämpft. Nun sollen sie mehr Lohn erhalten. Sie, Frau Zindel, müssten eigentlich jubeln.

Ursina Zindel: Grundsätzlich sind wir am Jubeln. Dass wir mehr Lohn erhalten, ist ein Meilenstein. Ausgerechnet die Kindergärtnerinnen, die sich schon am längsten für mehr Lohn einsetzen, sollen aber nicht profitieren. Das betrübt uns.

Wie ist es eigentlich bei Ihnen? Erhalten Sie mehr Lohn?

Ja, ich habe die kombinierte Ausbildung gemacht. Ich kann also auf der Kindergarten- und der Primarschulstufe unterrichten. Sollte der Kantonsrat dem Vorschlag der Regierung zustimmen, erhalte ich also mehr Lohn. Ich habe aber jetzt schon ein schlechtes Gewissen, gegenüber den erfahrenen Kindergärtnerinnen. Ich finde nicht, dass ich mehr Lohn verdient habe als sie. Dieser Entscheid tut weh. Für uns ist das nur eine halbe Wertschätzung, wenn nicht alle profitieren.

Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner begründet den Entscheid mit einem Bundesgerichtsurteil.

Das Bundesgericht hat nicht entschieden, dass man nicht mehr Lohn geben darf. Es hat nur entschieden, dass man nicht mehr Lohn geben muss. Es ist also ein politischer Entscheid.

Gemäss dem Vorschlag der Bildungsdirektion könnten die älteren Kindergärtnerinnen eine kleine Zusatzausbildung machen, dann würden sie auch mehr Lohn erhalten. Das finden Sie nicht gut?

Grundsätzlich finde ich Weiterbildungen immer gut. Aber die Frage ist, ob das in diesem Fall Sinn macht. Bei den Kindergärtnerinnen herrscht jetzt ein Mangel. Es wäre nicht zielführend, wenn die älteren Kindergärtnerinnen nun alle wegen einer Zusatzausbildung ausfallen würden.

Der Vorschlag der Zürcher Regierung ist jetzt in der Vernehmlassung, was fordern Sie konkret?

Man muss einsehen, dass es nicht sein kann, dass Kindergärtnerinnen innerhalb ihres Berufes unterschiedlich bezahlt werden. Das geht nicht, das muss geändert werden.

Das Gespräch führte Nadine Markwalder.

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