Zürcher See-Spital macht weiter Schlagzeilen

Gegen einen ehemaligen Belegarzt des Spitals läuft ein Verfahren. Ein anderer Arzt musste wegen Schlampereien gehen. Und die Zürcher Gesundheitsdirektion verlangt von der Direktion mehr Kontrolle. Das Zürcher See-Spital hat viel aufzuräumen.

Modernes Gebäude, davor Tafel mit Aufschrift "See-Spital" und Zürcher Wappen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Akten schlampig geführt und zu wenig kontrolliert: Die Ärzte am See-Spital Horgen hatten viele Freiheiten. Keystone

Ein ehemaliger Belegarzt des See-Spitals mit seinen zwei Standorten Kilchberg und Horgen verlangte von Patienten offenbar auf unlautere Art zu viel Geld. Gegen ihn ermittelt nun die Zürcher Staatsanwaltschaft. Ein zweiter, fest angestellter Arzt, schlampte bei der Patientendokumentation und machte bei Kassenrechnungen wiederholt Fehler. Er hat das See-Spital auf Anraten der Spitaldirektion verlassen.

Im zweiten Fall ermittelte die Zürcher Gesundheitsdirektion. Sie kam zwar zum Schluss, dass der fest angestellte Arzt keine strafbaren Taten begangen hat. Sie verlangt vom See-Spital jedoch klarere Weisungen an seine Ärzte und besonders auch verstärkte Überwachung und Kontrollen. Das See-Spital hat bereits entsprechende Massnahmen eingeleitet. Es muss aber noch weitere Auflagen erfüllen und der Gesundheitsdirektion Bericht erstatten.

Einzelfall oder nur einer von vielen?

Ist das See-Spital mit solchen Verfehlungen allein? «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in anderen Spitälern anders läuft», sagt See-Spital-Direktor Matthias Pfammatter gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF. Die Zürcher Gesundheitsdirektion wiederum konnte und wollte Pfammatters Vermutung nicht bestätigen. Man habe keinerlei Hinweise und könne die Sachlage kantonsweit nicht einschätzen.

Der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) räumt zwar ein, dass sich Krankenkassen von Zeit zu Zeit wegen fraglicher Spitalrechnungen melden. «Da geht es aber um Interpretationsfragen, ob man den Tarif so oder so auslegt», meint VZK-Geschäftsleiter Daniel Kalberer. Grundsätzlich laufe es an den Zürcher Spitälern gut. Der Verband sehe deshalb auch keine Veranlassung, aufgrund des Falls See-Spital bei den anderen Spitälern in irgend einer Weise tätig zu werden.