Zürcher Traditionsgeschäft schliesst: Stinkbomben im Ausverkauf

Falsche Schnäuze, Kunstblut und Federboas: Das Zürcher Geschäft Tansini ist eine Fundgrube für Leute, die sich gerne verkleiden. Damit ist nun aber Schluss. Nach über 40 Jahren schliesst Besitzerin Clairmonde Tansini das Traditionsgeschäft im Zürcher Oberdorf. Wehmütig ist sie nicht.

Wer in diesen Tagen den «Tansini» besucht, erkennt den Laden fast nicht mehr wieder. Früher war der 20 Quadratmeter kleine Raum vollgestopft mit allerlei Krimskrams: Augenklappen, Feuerwerk, Stinkbomben, Hexennasen und Sombreros. Im «Tansini» wurden alle fündig, die sich verkleiden wollten.

Jetzt macht das Geschäft fast einen trostlosen Eindruck. Es herrscht Ausverkaufsstimmung, nachdem Besitzerin Clairmonde Tansini beschlossen hatte, nach über vier Jahrzehnten aufzugeben. Die 64-Jährige freut sich auf ihre Pensionierung: «Ich habe alles ganz genau geplant», sagt sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». «Für mich stimmts.»

Kunden mit Tränen in den Augen

Mehr Mühe mit dem Entscheid haben die Stammkundinnen und -kunden des «Tansini». Eine Frau sei auch schon mit Tränen in den Augen zu ihr gekommen, sagt Clairmonde Tansini. «Eine solche Resonanz hätte ich nicht erwartet.»

Noch bis Ende Monat hat der «Tansini» geöffnet. Dann vereist die Besitzerin für längere Zeit - und geniesst ihr Rentnerleben.