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Zürich Schaffhausen Zürcher Wahlkreise bleiben wie sie sind

Die kleinen Parteien fühlen sich in kleinen Wahlkreisen benachteiligt. Das Zürcher Kantonsparlament will trotzdem keine Neueinteilung vornehmen. Es lehnt einen Vorstoss von Grünliberalen und EVP ab.

Kisten voller gelber und blauer Wahlzettel
Legende: Alle Stimmen sind begehrt. Die kleinen Zürcher Parteien fühlen sich aber wegen kleiner Wahlkreise benachteiligt. Keystone

Die Ungerechtigkeit des heutigen Wahlsystems liege auf der Hand, sagte GLP-Kantonsrat Beni Schwarzenbach am Montagmorgen im Parlament: «Der kleinste Wahlkreis hat nur vier Sitze, der grösste 17 Sitze. Um einen Sitz zu ergattern, braucht es im kleinsten Wahlkreis also 25 Prozent der Stimmen, im grössten reichen 5,9 Prozent.» Die Unterschiede zwischen den Wahlkreisen seien einfach zu krass, betonte auch EVP-Kantonsrat Peter Ritschard.

Alle andern Parteien sahen diese Unterschiede zwar ein, vertraten aber die Meinung, es sei wichtig, dass auch alle Regionen des Kantons im Parlament vertreten seien. Und über den ganzen Kanton gesehen, seien die Stimmen gerecht verteilt. Dies dank der Berechnung mittels Doppeltem Pukelsheim.

Mit 147:26 Stimmen hat das Kantonsparlament die Neueinteilung der Wahlkreise abgeschmettert. Nicht einmal andere Kleinparteien wie zum Beispiel die EDU unterstützten den Vorstoss von Grünliberalen und EVP.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Lais, Wallisellen
    Um im Pukelsheimverfahren einen von vier Sitzen im Wahlkreis zu gewinnen, braucht es nicht 25% der Stimmen, sondern nur ca. 12.5%. Nicht umsonst heisst das Verfahren Pukelsheim wissenschaftlich "doppeltproportionales Divisorverfahren mit Standardrundung". Jeder 6. Klässler kennt die Standardrundung von 0.5 auf 1. 12.5% von 4 Sitzen ergeben genau diese 0.5 Sitze.
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  • Kommentar von H. Straumann, Zürich
    Also wenn nicht mal Kantonsräte die Proporzwahl verstehen: Im Einerwahlkreis braucht man für einen sicheren Sitz die Hälfte der gültigen Stimmen +1. Im Zweisitz-Wahlkreis 1/3 + 1 usw. Also bei vier Sitzen 1/5 = 20% (+1 Stimme), nicht 25, bei 17 Sitzen 1/18 (+1), also ca. 5.6%, nicht 5.9. Politik-Journalisten sollten das eigentlich auch wissen.
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    1. Antwort von Ruedi Lais, Wallisellen
      Herr Straumann, Sie beschreiben das Wahlverfahren nach Hagenbach-Bischoff, das für die Nationalratswahlen gilt. Bis 2007 galt es auch im Kanton Zürich. Seit 2010 gilt aber das Neue Zürcher Zuteilungsfahren nach Prof. Pukelsheim (sog. Doppelter Pukelsheim). Wir im Rathaus (KantonsrätInnen und JournalistInnen) haben das durchaus begriffen.
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    2. Antwort von H. Straumann, Zürich
      Sie haben natürlich recht mit dem Pukelsheim, aber die Rechnung ihrer Kollegen war trotzdem irreführend, weil die Parteien die Sitze nun gemäss ihren Stimmen im ganzen Kanton und nicht im einzelnen Wahlkreis gewinnen.
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