Zürich reduziert die Hundesteuer auch für brave Hunde nicht

Das Stadtzürcher Parlament will die 2010 erhöhte Steuer nicht wieder senken, auch nicht für Schosshündchen, «die nur Freude bereiten». Ein entsprechender Antrag der SVP wurde abgelehnt.

Frau geht mit Hund an der Leine über Weg durch Park, dahinter zwei rote Sitzbänke Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch für brave Hunde gilt in der Stadt Zürich weiterhin die 2009 erhöhte Hundesteuer. Keystone

Die Hundesteuer in der Stadt Zürich wird nicht gesenkt. Eine Mehrheit des Stadtparlaments hat am Mittwoch im Sinne des Stadtrates entschieden. Einzig die SVP plädierte für eine Senkung.

In der Stadt Zürich bezahlt ein Hundebesitzer derzeit 160 Franken Hundesteuer: 130 Franken gehen an die Gemeinde, seit 2010 erhebt der Kanton zusätzlich 30 Franken. Hinzu kommt für Neu-Besitzer eine einmalige Schreibgebühr von 20 Franken.

Überrissene Gebühren?

Im schweizweiten Vergleich sei die Stadtzürcher Steuer «wahnsinnig überrissen», befanden Vertreter der SVP und reichten 2010 ein Postulat ein, das den Verzicht auf die Anhebung der Hundesteuer verlangt. Die Stadt Zürich solle solidarisch sein mit den vielen alten Damen und ihren Hündchen, und die 30 Franken, die der Kanton seit 2010 erhebe, übernehmen.

Davon wollten weder der ehemalige Polizeivorstand Daniel Leupi (Grüne) noch sein Nachfolger Richard Wolff (AL) etwas wissen. Und auch das Parlament lehnte die Reduktion der Steuer ab.

Wolff als Hundefreund

Richard Wolff bezeichnete sich während der Debatte als «grossen Hundefreund». Dennoch verstehe er nicht, weshalb man sich über die Gebühr so ereifere. Die Stadt bereichere sich in keiner Art und Weise an den rund 7000 Hunden, respektive an deren Besitzer.

Vertreter der SVP rechneten jedoch vor, dass wohl auch eine Steuer von 100 Franken kostendeckend sei, um etwa die mehreren hundert Robidog-Kästen zu leeren. Vorgebracht wurde auch die Idee, dass für «kleine, zappelige Hunde, die nur Freude bereiten», keine Steuer zu bezahlen sei. Für grössere, gut erzogene Hunde sollte die Steuer nicht um die 30 (Kantons)-Franken erhöht werden. Gehör fanden die Vorschläge nicht, sie sorgten jedoch für Heiterkeit im Rat.