Ab 2016 gibt's schweizerische Schüler-Tests

Die Schweiz will nicht nur immer Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen testen, sondern auch einmal untersuchen, wie gut die Schüler Fremdsprachen können. Das sieht der Pisa-Test nicht vor, deshalb planen die Kantone eigene, zusätzliche Leistungstests.

P‌isa sei eine Erfolgsgeschichte, sagt Bildungsforscher Urs Moser. Doch Pisa sei von aussen gesteuert. «Man muss machen, was vorbestimmt ist.» Der Einfluss eines Landes auf die gesamte Untersuchung sei klein. Die Schweiz aber wünscht sich schon lange, dass auch andere Fächer in den Pisa-Test aufgenommen werden, etwa Fremdsprachen. Doch sie konnte sich nicht durchsetzen.

Eine Schulklasse im Zimmer, fotografiert aus den hinteren Reihen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ab 2016 gibt's schweizweite Vergleichstests. Keystone

Deshalb gibt es ab 2016 eigene, schweizerische Tests. Es gebe weitere Fachbereiche und Kompetenzen, die einen engeren Bezug zum realen Leben hätten, sagt Moser. «Da wäre es schön zu wissen: Lohnt sich unser Einsatz bei den Fremdsprachen?» Die Schweiz werde sich deshalb künftig nur noch am internationalen Vergleich des Pisa-Tests beteiligen.

Festgelegte Ziele überprüfen

Bisher hatten viele Schweizer Kantone auch bei Pisa mitgemacht, ab 2016 testet die Schweiz in Eigenregie. Die Schweiz hat zu diesem Zweck nationale Grundkompetenzen definiert. Wenn man solche Lernziele gesamtschweizerisch festlege, müsse man sie auch kontrollieren, sagt Hans Ambühl. Er ist Generalsekretär der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK.

Getestet werden die Schüler am Ende des zweiten, des sechsten und des neunten Schuljahres. Laut Ambühl ermöglicht das eine Überprüfung der Lernziele über eine längere Strecke der Schülerlaufbahn. Auch das sei ein Vorteil gegenüber Pisa, wo solche Längsschnitt-Studien nicht möglich sind.

Lehrer befürchten Schul-Rankings

Die Lehrerschaft befürchtet nun, dass aus den Testresultaten am Ende Schulranglisten abgeleitet werden. Und gegen Schulrankings laufen die Lehrer seit jeher Sturm.

«Wir unterstützen keine Voll-Erhebungen – zum gleichen Zeitpunkt den gleichen Test», sagt Beat Zemp, Präsident des Lehrerverbandes. Denn dies verleite dazu, die Daten für Rankings zu missbrauchen. EDK-Sekretär Ambühl winkt ab: Auch mit den neuen kantonalen Tests würden nur Stichproben erfasst, und nicht alle Klassen einer Schule.

Von den neuen kantonalen Erhebungen erhofft sich die EDK ein besseres Bild, wie gut das Schweizer Bildungssystem wirklich ist. Es sollen also mehr Fächer und der Lehrplan der Kantone besser erfasst werden können. Die Ergebnisse werden in Zukunft im Bildungsbericht des Bundes und der EDK veröffentlicht, wie Hans Ambühl erklärt. Dieser komme alle vier Jahre heraus, was völlig reiche für die Überprüfung der Lernziele.

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