Maurer sagt Gripen-Show auf Lenzerheide ab

Bundesrat Ueli Maurer hat die Gripen-Flugshow beim Ski-Weltcupfinale auf der Lenzerheide annuliert. Er wolle damit jegliche Einmischung in den Abstimmungskampf verhindern. Noch Ende Januar bezeichnete er die Flugshow als «unproblemtisch».-

Verteidigungsminister Ueli Maurer stützt den Kopf auf die Hand. Daneben steht ein kleines Gripen-Modell. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ueli Maurer macht einen Rückzieher. Laut eigener Aussage, will er den Abstimmungskampf nicht beeinflussen. Keystone

Am kommenden Wochenende hätten zwei Gripen-Kampfjets im Rahmenprogramm des Ski-Weltcupfinales auf der Lenzerheide fliegen sollen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) hatte die Show im Dezember bewilligt.

Am Freitagabend vollzog Ueli Maurer die Kehrtwende: «Um jeden Verdacht zu entkräften, die Abstimmung vom 18. Mai beeinflussen zu wollen, hat das VBS entschieden, dass keine Gripen-Kampfflugzeuge fliegen werden», liess er ausrichten. VBS-Sprecher Renato Kalbermatten bestätigte am Samstag entsprechende Medienberichte.

Noch Ende Januar hatte Maurer die Flugshow als unproblematisch eingestuft. Weil schwedische Piloten ohnehin in der Schweiz trainierten, handle es sich nicht um eine reine PR-Aktion. Die Flugshow fällt indes nicht aus: PC-7-Trainingsflugzeuge werden über der Lenzerheide in die Luft steigen.

Zweite abgesagte Gripen-Show

1:1-Modell des Gripen-Kampfjets an der muba in der Messe in Basel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Gripen an der muba in der Messe in Basel. Auf der Lenzerheide wird er nicht zu sehen sein. Keystone

Bereits Mitte Januar war eine geplante Gripen-Flugshow anlässlich des Lauberhornrennens im Berner Oberland abgesagt worden. Damals wurde offenbar darauf verzichtet, weil die Schweizer Luftwaffe dagegen gewesen sei. Der abgesagte Auftritt sollte am Ski-Weltcupfinal auf der Lenzerheide nachgeholt werden.

Gegner der Beschaffung von 22 Gripen für 3,126 Milliarden Franken hatten dem Bundesrat und dem schwedischen Rüstungshersteller Saab vorgeworfen, sich zwei Monate vor dem Urnengang ungebührlich in den Abstimmungskampf einzumischen.

Wirbel um Schreiben des schwedischen Botschafters

Zitiert wurde aus Dokumenten des schwedischen Botschafters in der Schweiz, der unter anderem schrieb: «Ueli Maurer wünscht ab jetzt bis zum Abstimmungstermin von Schweden so viel Unterstützung wie möglich.» Maurer habe den Schweden aber «sehr klar» gemacht, dass sie «im Abstimmungskampf selbst nicht willkommen» seien.

Gemäss VBS handelte es sich dabei um ein informelles Gespräch. «Man hat sich überlegt, wann Schweden in der Schweiz ohnehin präsent ist und ob man das für eine Gripen-Präsentation nutzen kann.» Für Aussenminister Carl Bildt ist eine Koordination zwischen Schweden und der Schweiz «in einer solch wichtigen Frage nur normal». Die schwedische Regierung sei aber «nicht Teil des Abstimmungskampfs».

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Voller Einsatz für den Gripen

    Aus 10vor10 vom 5.3.2014

    Bundesrat Ueli Maurer wird sich in den nächsten Wochen mit ganzer Kraft für den geplanten Gripen-Kauf einsetzen. Er werde jede Einladung für eine Gripen-Veranstaltung annehmen, sagt er heute gegenüber «10vor10». Und der Verteidigungsminister ist sich offenbar siegessicher. Er lässt seine Schweizer Piloten bereits auf den Schwedischen Kampfjet umschulen.

  • Pro-Komitee lanciert Abstimmungskampf zum Gripen

    Aus Tagesschau vom 28.2.2014

    Seit zehn Jahren währt der Prozess zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs – und ist noch nicht vorbei: am 18. Mai wird über den Kauf von 22 Gripen für gut 3 Milliarden Franken abgestimmt. Jetzt hat das bürgerliche Komitee "Ja zum Gripen" seinen Abstimmungskampf eröffnet.